{"id":1098,"date":"2025-07-28T10:27:19","date_gmt":"2025-07-28T10:27:19","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=kunst&#038;p=1098"},"modified":"2026-04-22T17:29:10","modified_gmt":"2026-04-22T17:29:10","slug":"aufrecht-bleiben-2021","status":"publish","type":"kunst","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/kunst\/aufrecht-bleiben-2021\/","title":{"rendered":"Mann Aufrecht Bleiben, 2021"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Claudia Mann \u2013 Aufrecht Bleiben<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Skulptur <em>Aufrecht Bleiben<\/em> bildet einen zentralen Ausgangspunkt im Werk von Claudia Mann. Grundlage ist eine Grabung: ein l\u00e4ngliches, nicht sehr tiefes Erdloch, die Negativform eines menschlichen K\u00f6rpers, angelehnt an den klassischen S-Schwung der Hochgotik, in dem sich Stand- und Spielbein als Konterbewegung begegnen. Diese Leerstelle k\u00f6rperlicher Pr\u00e4senz \u00fcbersetzte sie in eine Bronzeskulptur. Aus einer in den Boden eingeschriebenen Geste entsteht so eine physisch aufgerichtete, eine organische Skulptur, die das menschliche Ma\u00df im Erdreich verankert und zugleich aus ihm herausw\u00e4chst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verbindung zwischen dem menschlichen K\u00f6rper und dem Boden, auf dem wir leben, durchzieht Claudia Manns gesamtes Werk \u2013 sowohl aus \u00f6kologischer Perspektive, die den respektvollen Umgang mit Natur und Umwelt thematisiert, als auch im Sinne einer kunsthistorischen Auseinandersetzung mit dem Medium Skulptur. Schon in ihren Urspr\u00fcngen wurden Skulpturen aus nat\u00fcrlichen Materialien geschaffen \u2013 herausgeschnitten aus Holz, aus Lehm geformt oder in Stein gehauen. Und immer wieder stand dabei der menschliche K\u00f6rper im Mittelpunkt. Claudia Mann greift diese Tradition auf und durchdringt sie mit zeitgen\u00f6ssischen Fragen: Was bedeutet K\u00f6rperlichkeit heute, im Verh\u00e4ltnis zur Umwelt, zur Geschichte, zu sich selbst?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr k\u00fcnstlerisches Verst\u00e4ndnis von Skulptur ist dabei weder rein formal noch rein materialbezogen \u2013 sondern existenziell. <em>\u201eZentral steht in meiner Arbeit der Mensch. Daf\u00fcr muss ich derzeit keinen Menschen modellieren. Ich brauche auch keine Abbilder, sondern ich fusioniere Material und innere (psychische) wie \u00e4u\u00dfere (physische) Vorg\u00e4nge\u201c<\/em>, so die K\u00fcnstlerin. Die Arbeit an der Skulptur begreift sie als Prozess, als Spurensuche, als physisch erfahrbare Reflexion \u00fcber das Menschsein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Technik der Abformung spielt dabei in diesem Prozess eine zentrale Rolle. Sie erlaubt es, Erdoberfl\u00e4chen, selbst geschaffene Negativr\u00e4ume oder modellierte Landschaftsfragmente zu transformieren. <em>\u201eAbformung gibt mir die M\u00f6glichkeit, den Boden anzuheben, ihn anzueignen, umzudrehen, in Bezug zu setzen mit allen Komponenten und noch mal neu zu befragen.\u201c<\/em> Ein Erdloch, eine Grube, ein Abdruck werden f\u00fcr sie k\u00fcnstlerische Manifestationen von Pr\u00e4senz: fragil, offen, lebendig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So entstehen Werke, die sich buchst\u00e4blich <em>aus der Erde heraus<\/em> entwickeln \u2013 meist im unmittelbaren Kontakt mit ihrer Umgebung. Skulpturen, die sich in das \u00f6kologische und soziale Gef\u00fcge vor Orteinf\u00fcgen. Mit dem Bewusstsein f\u00fcr Material, Ort und Kontext reflektiert Claudia Mann auch den \u00f6kologischen Fu\u00dfabdruck ihrer Arbeit. Ein Beispiel dieser f\u00fcr sie selbstverst\u00e4ndlichen Praxis, ihrer Haltung ist die Reihe <em>Aufrecht Bleiben<\/em> (2021\/22). Werke davon waren im Jacobihaus des K\u00fcnstlervereins Malkasten zu sehen. Dabei wurde der Boden nicht nur als Tr\u00e4ger von Form verstanden, sondern als aktiver Speicher von Zeit, Erinnerung und Geste. Der menschliche K\u00f6rper, als Abdruck, Bewegung, Idee, bleibt immer pr\u00e4sent \u2013 in aufgerichteter Form, im Material, im Raum.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Claudia Manns Werk bewegt sich konsequent zwischen Theorie und Materialit\u00e4t, K\u00f6rper und Raum, zwischen Vergangenheit und Gegenwart<strong>. <\/strong>Ihre Kunst ist leise und zugleich eindringlich, geerdet und doch offen f\u00fcr Transformation. Sie stellt zentrale Fragen: Was hinterlassen wir in der Welt \u2013 und wie bleibt man aufrecht in ihr?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"featured_media":1101,"template":"","style-kunst":[],"qr-kat":[],"qr-code-kunst":[],"class_list":["post-1098","kunst","type-kunst","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kunst\/1098","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kunst"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kunst"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1101"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/style-kunst?post=1098"},{"taxonomy":"qr-kat","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qr-kat?post=1098"},{"taxonomy":"qr-code-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qr-code-kunst?post=1098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}