{"id":1929,"date":"2025-08-28T07:49:12","date_gmt":"2025-08-28T07:49:12","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=kunst&#038;p=1929"},"modified":"2026-04-22T17:11:07","modified_gmt":"2026-04-22T17:11:07","slug":"trying-to-find-myself-2024","status":"publish","type":"kunst","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/kunst\/trying-to-find-myself-2024\/","title":{"rendered":"Ojanen Trying to find myself, 2024"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit seiner Skulptur <em>Trying to Find Myself<\/em> hat der schwedische K\u00fcnstler Joakim Ojanen auf dem Union-Areal eine Figur geschaffen, die wie ein emotionaler Resonanzk\u00f6rper im \u00f6ffentlichen Raum wirkt. Das Werk zeigt ein hybrides, kindlich anmutendes Wesen, dessen verletzliche K\u00f6rpersprache und suchender Ausdruck die innere Zerrissenheit des modernen Menschen verk\u00f6rpern. Trotz seiner massiven Bronzeform strahlt die Figur eine bemerkenswerte Fragilit\u00e4t aus, als w\u00fcrde sie weniger stehen als vielmehr versuchen, sich selbst zu finden, zu verstehen oder im Gleichgewicht zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ojanens Figuren, halb Mensch, halb Fabelwesen, sind direkte \u00dcbersetzungen emotionaler Zust\u00e4nde. Sie stammen aus einer Welt zwischen Traum und Erinnerung, zwischen Melancholie und Humor. In <em>Trying to Find Myself<\/em> verschmilzt diese poetische Bildsprache mit der dauerhaften Materialit\u00e4t der Bronze: Ein verg\u00e4nglicher Gef\u00fchlsmoment wird in Metall gebannt, eine innere Bewegung erh\u00e4lt bleibende Form. Der Titel verweist dabei auf einen fortw\u00e4hrenden Prozess der Selbstsuche, eine Suche, die weniger auf ein Ziel als auf das Suchen selbst gerichtet ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ojanen begann seine k\u00fcnstlerische Laufbahn in der Street-Art- und Graffiti-Szene. \u00dcber Zeichnungen, Comics und Animationen fand er den Weg zu Keramik und Skulptur. Entscheidend f\u00fcr seine Entwicklung war die Ausbildung an der Konstfack&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; -Universit\u00e4t in Stockholm, wo er sich von der Illustration l\u00f6ste und begann, seine gezeichneten Figuren dreidimensional umzusetzen. Heute arbeitet er mit Ton, Bronze und anderen Materialien und schafft eine eigene, zutiefst pers\u00f6nliche Figurenwelt, die dennoch universelle menschliche Empfindungen anspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In seinen Werken, ob kleinformatige Keramiken oder monumentale Bronzeskulpturen, verhandelt Ojanen Themen wie Einsamkeit, Scham, Zugeh\u00f6rigkeit und Selbstakzeptanz. Seine Wesen wirken zugleich grotesk und ber\u00fchrend, fremd und vertraut. Sie wecken Empathie und fordern den Blick des Betrachters heraus, indem sie unsere eigenen, oft verdr\u00e4ngten Emotionen spiegeln. Trotz ihrer skurrilen Gestalt sind sie zutiefst menschlich oder, wie Ojanen es selbst formuliert: <em>\u201eWenn man mit Mensch meint: nicht perfekt.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Trying to Find Myself<\/em> entfaltet im Kontext des Union-Areals eine besondere Wirkung: Zwischen den industriellen Fassaden erscheint die Figur als einsamer Tr\u00e4umer, als poetischer Gegenpol zur gebauten Rationalit\u00e4t des Ortes. Ihre stille Pr\u00e4senz l\u00e4dt dazu ein, stehen zu bleiben, sich selbst zu befragen und vielleicht in der Begegnung mit diesem Wesen ein St\u00fcck des eigenen Ich zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ojanens Kunst erinnert uns daran, dass Selbstfindung kein abgeschlossener Zustand ist, sondern ein fortdauernder Versuch. Seine Figuren sind Verk\u00f6rperungen dieses Versuchs: unbeholfen, ehrlich, z\u00e4rtlich und wahrhaftig zugleich. In <em>Trying to Find Myself<\/em> verdichtet sich diese Haltung zu einer zeitlosen Geste: einer Suche nach Identit\u00e4t, Menschlichkeit und Zugeh\u00f6rigkeit in einer komplexen, oft \u00fcberfordernden Welt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"featured_media":1930,"template":"","style-kunst":[],"qr-kat":[],"qr-code-kunst":[],"class_list":["post-1929","kunst","type-kunst","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kunst\/1929","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/kunst"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kunst"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1930"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1929"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/style-kunst?post=1929"},{"taxonomy":"qr-kat","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qr-kat?post=1929"},{"taxonomy":"qr-code-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/qr-code-kunst?post=1929"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}