{"id":611,"date":"2025-07-12T15:35:14","date_gmt":"2025-07-12T15:35:14","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=hoffnungstrager&#038;p=611"},"modified":"2026-01-14T12:38:12","modified_gmt":"2026-01-14T12:38:12","slug":"lisa-hollaender","status":"publish","type":"hoffnungstrager","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/hoffnungstrager\/lisa-hollaender\/","title":{"rendered":"Holl\u00e4nder"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sommer 1943 bestimmten die Schrecken des Krieges den Alltag. Angst war f\u00fcr viele Menschen ein st\u00e4ndiger Begleiter, doch nicht f\u00fcr Lisa Holl\u00e4nder. Ohne zu z\u00f6gern, nahm sie Inge Deutschkron und ihre Mutter in ihrer Berliner Wohnung auf. \u201eSie tat es so selbstverst\u00e4ndlich, als handle es sich um eine Einladung zum Tee\u201c, erinnerte sich die Journalistin und Autorin Inge Deutschkron sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lisa Holl\u00e4nder wusste nur zu gut, was Verfolgung und Verlust bedeuteten. 1938 war ihr j\u00fcdischer Ehemann in ein Konzentrationslager verschleppt und dort ermordet worden. Sie teilte mit den beiden j\u00fcdischen Frauen das Wenige, das sie besa\u00df und schenkte ihnen, was in jener Zeit selten geworden war: Hoffnung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Deutschkrons arbeiteten unter falschem Namen und trugen so zum Unterhalt ihrer kleinen Wohngemeinschaft bei. Inge, die ein eigenes kleines Zimmer in der Wohnung hatte, sagte sp\u00e4ter: \u201eIch habe mich dort wahnsinnig wohlgef\u00fchlt.\u201c Doch Ende Januar 1944 wurde die Wohnung bei einem Bombenangriff zerst\u00f6rt. Lisa Holl\u00e4nders Schwager organisierte ein neues Versteck f\u00fcr Inge und ihre Mutter: einen alten Ziegenstall am Rande von Potsdam. Lisa Holl\u00e4nder kam an einem anderen Ort unter, blieb aber eng mit beiden verbunden. Als Inges Mutter die Angst vor Entdeckung kaum mehr aushielt, war es Lisa, die ihr Mut zusprach und Trost spendete. Mit ihrem mutigen und selbstlosen Handeln rettete Lisa Holl\u00e4nder Inge Deutschkron und ihrer Mutter das Leben, ungeachtet der Gefahr f\u00fcr sich selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre Freundschaft bestand auch nach Kriegsende fort. Als Inge Deutschkron und ihre Mutter 1946 nach England auswanderten, schrieben sie Lisa Holl\u00e4nder regelm\u00e4\u00dfig Briefe. Und wann immer Inge nach Berlin kam, besuchte sie \u201eTante Lisa\u201c, wie sie ihre Retterin nannte.<\/p>","protected":false},"featured_media":612,"template":"","style-hoffnungstrager":[7],"class_list":["post-611","hoffnungstrager","type-hoffnungstrager","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","style-hoffnungstrager-style-1","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/hoffnungstrager\/611","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/hoffnungstrager"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/types\/hoffnungstrager"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media\/612"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=611"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-hoffnungstrager","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/style-hoffnungstrager?post=611"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}