{"id":2581,"date":"2025-09-02T17:01:13","date_gmt":"2025-09-02T17:01:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=kunst&#038;p=2581"},"modified":"2026-04-22T17:01:27","modified_gmt":"2026-04-22T17:01:27","slug":"62-r-m-series-2023","status":"publish","type":"kunst","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/kunst\/62-r-m-series-2023\/","title":{"rendered":"ADA 62 R.M. (series), 2023"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>ADA<\/strong> <strong>\u2013<\/strong> <strong>62 R.M. (series)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ADA verfolgt eine interdisziplin\u00e4re Praxis, die K\u00fcnstlerin bewegt sich zwischen Installation, analoger Fotografie, Performance und Film. Geboren in Kasachstan als Tochter eines koreanischen Vaters und einer ukrainischen Mutter \u2013 heute zwischen London und Paris lebend \u2013 ist ihr die Vermittlung einer transkulturellen Perspektive wichtig. Dabei hebt sie nicht auf politische, kulturelle Dimensionen im klassischen Sinne ab, vielmehr untersucht sie die fragilen Grenzen zwischen Realit\u00e4t und Imagination, zwischen materieller Pr\u00e4senz und emotionaler Tiefe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum ihrer k\u00fcnstlerischen Experimente stehen szenografische Dimensionen:<br>das Spiel mit Raum, Licht, der Inszenierung von Figuren sowie die Bildgestaltung als eine Art Alchemie der Medien sowie die Auseinandersetzung mit dem Fragment \u2013 nicht als Ruine im romantischen Sinne, sondern als aktiver Speicher von Erfahrung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die K\u00fcnstlerin verwendet h\u00e4ufig Fundst\u00fccke wie Ziegel, M\u00f6rtel, Metallb\u00e4nder, zerbrochene Ornamente. Auch bei den beiden verbrannten, verkohlten Holzst\u00fccken auf dem Union-Areal, die aus der Serie \u201e62 R.M.\u201c stammen, handelt es sich \u2013 wie so oft \u2013 um vorgefundene Objekte \u2013 aus einem verlassenen Geb\u00e4ude in Venedig, welche ADA errettete.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem prozesshaften, fast rituellen Vorgehen birgt die K\u00fcnstlerin diese Fundst\u00fccke, trennt sie aus ihrem urspr\u00fcnglichen Kontext heraus und \u00fcberf\u00fchrt sie in eine neue, kristalline Form. Diese Transformation ist weder nostalgisch noch restaurativ \u2013 vielmehr strebt sie dabei an, Spannungen sichtbar zu machen: zwischen Natur und K\u00fcnstlichkeit, Zerfall und Bewahrung, Gegenwart und Abwesenheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihre k\u00fcnstlerischen Eingriffe erinnern dabei an eine neoarch\u00e4ologische Praxis \u2013 \u00e4hnlich wie bei Gordon Matta-Clarks anarchitektonischen Eingriffen werden L\u00fccken, Risse und Abwesenheiten selbst zu Tr\u00e4gern von Bedeutung. ADA geht dabei sehr subtil vor: Sie n\u00e4hert sich den verlassenen Orten mit Intuition, lauscht ihrer stillen Sprache, folgt unsichtbaren Wegen, um den Arbeiten vielschichtige Bedeutungsebenen zu verleihen. Das Fragment wird mittels des k\u00fcnstlerischen Eingriffes zum Knotenpunkt der Erinnerung \u2013 oder wie Walter Benjamin es formulierte: zu einem dialektischen Bild, in dem ein Funken historischer Wahrheit aufflackert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kristallisation spielt in diesem Prozess eine zentrale Rolle \u2013 nicht als dekorativer Effekt, sondern als st\u00f6rende Erkenntnisform. Sie friert nicht ein, sondern macht erfahrbar: die Schwere des Materials, die Spuren von Gebrauch, den Staub vergangener Leben. In Werken, in denen ADA reale Objekte mit ihren fotografischen Abbildern kombiniert \u2013 etwa in installativen Diptycha \u2013, entsteht ein Spannungsfeld: Was tr\u00e4gt die Erinnerung \u2013 das Objekt oder sein Bild? Der Stein oder sein Abglanz?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was ADA schafft, ist eine Poetik der Pr\u00e4senz \u2013 eine Einladung an das Publikum, jene Zwischenr\u00e4ume zu betreten, in denen Erinnerung sich neu formt: zwischen Verfall und Wiederkehr, zwischen Fragment und neuer Form. In einer Welt, die das Alte allzu schnell tilgt, widersetzt sich ADA der Logik des Vergessens \u2013 nicht durch Bewahrung im musealen Sinne, sondern durch die Verwandlung von Materie in sinnliche Erfahrung. Ihre Fragmente sind nicht nur geborgen \u2013 sie sind transsubstan&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; tiiert, neu aufgeladen mit Bedeutung, offen f\u00fcr das, was noch kommen mag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"featured_media":2596,"template":"","style-kunst":[],"qr-kat":[],"qr-code-kunst":[],"class_list":["post-2581","kunst","type-kunst","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/kunst\/2581","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/kunst"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kunst"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2596"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2581"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/style-kunst?post=2581"},{"taxonomy":"qr-kat","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/qr-kat?post=2581"},{"taxonomy":"qr-code-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/es\/wp-json\/wp\/v2\/qr-code-kunst?post=2581"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}