{"id":598,"date":"2025-07-12T15:05:22","date_gmt":"2025-07-12T15:05:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=hoffnungstrager&#038;p=598"},"modified":"2025-11-19T12:20:11","modified_gmt":"2025-11-19T12:20:11","slug":"aracy-de-carvalho","status":"publish","type":"hoffnungstrager","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/hoffnungstrager\/aracy-de-carvalho\/","title":{"rendered":"Carvalho\u00a0"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">1934 kommt Aracy de Carvalho mit ihrem f\u00fcnfj\u00e4hrigen Sohn aus Brasilien zu ihrer Tante nach Hamburg. Die alleinerziehende Mutter, Tochter eines portugiesischen Gesch\u00e4ftsmannes und einer deutschen Mutter, ist in wohlhabenden Verh\u00e4ltnissen aufgewachsen. Sie hat jung geheiratet, doch die Ehe scheitert. Eine Scheidung war nach brasilianischem Recht damals nicht m\u00f6glich. Um der gesellschaftlichen \u00c4chtung als getrenntlebende Ehefrau im nationalistischen Brasilien zu entkommen, verl\u00e4sst sie das Land. In Hamburg, der Heimat ihrer Mutter, f\u00fchlt sie sich wohl. Sie k\u00fcmmert sich um ihren Sohn, reist viel, geht aus und sucht Arbeit. Als Aracy, die mehrere Sprachen spricht, 1936 Mitarbeiterin in der Pass- und Visumsstelle des brasilianischen Konsulates in Hamburg wird, sind bereits viele Juden auf der Flucht, auch nach Brasilien. Sie brauchen Visen. Aracys unbeschwertes Leben bekommt erste Risse. Es endet j\u00e4h 1938. Die Lage f\u00fcr Juden hat sich dramatisch zugespitzt, verzweifelt versuchen sie Nazi-Deutschland zu verlassen. Aracy, die selbst Ausgrenzung erfahren hat und inzwischen Leiterin der Pass- und Visumsabteilung ist, nutzt ihren Handlungsspielraum voll aus. Weil Brasilien keine j\u00fcdischen Einwanderer aufnehmen will, l\u00e4sst sie kurzerhand die Kennzeichnung \u201eJ\u201c in den P\u00e4ssen weg und vergibt \u00fcber ihre Kontakte im Untergrund Ausweisdokumente auch au\u00dferhalb des Konsulats. W\u00e4hrend der Novemberpogrome 1938 versteckt sie Margarethe Bertel-Levy und deren Ehemann in ihrer Wohnung und verhilft ihnen danach zur Flucht nach Brasilien. Genauso hilft sie auch anderen Juden. Wie vielen sie geholfen hat? Vielleicht 80, mehreren Hundert. Sie wei\u00df es nicht, sie f\u00fchrte keine Liste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als man sie sp\u00e4ter gefragt hat, warum sie ihr Leben riskiert hat, um andere Menschen zu retten, hat sie geantwortet: \u201eNa, weil es richtig war.\u201c<\/p>","protected":false},"featured_media":2281,"template":"","style-hoffnungstrager":[7],"class_list":["post-598","hoffnungstrager","type-hoffnungstrager","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","style-hoffnungstrager-style-1","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/hoffnungstrager\/598","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/hoffnungstrager"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/hoffnungstrager"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=598"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-hoffnungstrager","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/style-hoffnungstrager?post=598"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}