{"id":5463,"date":"2026-06-13T14:54:46","date_gmt":"2026-06-13T14:54:46","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=kunst&#038;p=5463"},"modified":"2026-06-13T14:54:46","modified_gmt":"2026-06-13T14:54:46","slug":"pratschke-traum-ii-kopf","status":"publish","type":"kunst","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/kunst\/pratschke-traum-ii-kopf\/","title":{"rendered":"Pratschke Traum II Kopf"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bildhauerin Wanda Pratschke z\u00e4hlt zu jenen k\u00fcnstlerischen Positionen, die den \u00f6ffentlichen Raum in Frankfurt am Main pr\u00e4gen. Seit der Einweihung ihrer ersten Skulptur Betty im Jahr 1984 in den Wallanlagen ist sie mit mehreren Werken im Stadtbild vertreten, darunter Die Unbesiegbare (2022) auf dem Adornoplatz an der Goethe-Universit\u00e4t. Mit unverwechselbarer Handschrift verbindet Pratschke fig\u00fcrliche Tradition mit einer kraftvollen, zeitgen\u00f6ssischen Interpretation des menschlichen K\u00f6rpers. Ihre Skulpturen entstehen aus einer intensiven Auseinandersetzung mit Form, Material und Bewegung, stets getragen von einem tiefen Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Wechselwirkung zwischen Figur, Raum und Betrachter*in.<br>Auf dem Union-Areal pr\u00e4sentiert Pratschke zwei Arbeiten, die den weiten Bogen ihres Schaffens auf eindrucksvolle Weise verdeutlichen: Anja 1977\/2025 und Traum II (Kopf). Die Figur Anja z\u00e4hlt zu ihren fr\u00fchesten Werken, entstanden 1977 im ersten Semester ihres Studiums an der St\u00e4delschule bei Willi Schmidt. Erst fast f\u00fcnf Jahrzehnte sp\u00e4ter, w\u00e4hrend der Pandemie, entschied sich die K\u00fcnstlerin, das Modell erstmals in Bronze zu gie\u00dfen. Diese zeitliche Distanz verleiht dem Werk eine doppelte Perspektive: Es ist zugleich Dokument einer k\u00fcnstlerischen Herkunft und Ausdruck einer lebenslangen Kontinuit\u00e4t. Die stehende Figur strahlt Ruhe, Konzentration, stille W\u00fcrde aus und ist zugleich in einem Korsett gefangen. Mit einer H\u00f6he von 155 cm besitzt sie die ideale Gr\u00f6\u00dfe f\u00fcr die unmittelbare Begegnung, sie fordert N\u00e4he, nicht Distanz. In ihrer Ausgewogenheit zwischen Spannung und Gelassenheit offenbart sich bereits die Sensibilit\u00e4t, die Pratschkes sp\u00e4teres Werk kennzeichnet.<br>Demgegen\u00fcber wirkt Traum II (Kopf) wie eine konzentrierte Verdichtung dieser k\u00f6rperlichen Erfahrung. Hier richtet sich der Blick auf das Fragment, den Kopf als Ort des inneren Lebens, der Erinnerung und der Vorstellungskraft. Die organische Modellierung, das Wechselspiel von glatten und aufgerauten Partien, l\u00e4sst Spuren des Entstehungsprozesses sichtbar. Der \u201eTraum\u201c im Titel verweist nicht auf Schlaf, sondern auf einen Zustand des \u00dcbergangs, zwischen Bewusstsein und Imagination, zwischen Stofflichkeit und Idee. Beide Werke verdeutlichen Pratschkes grundlegendes Interesse an der Verk\u00f6rperung innerer Zust\u00e4nde. Ihre Figuren, ob stehend, ruhend oder nur als Teil eines Ganzen, sind stets Ausdruck menschlicher Erfahrung: verletzlich und stark, in sich gekehrt und zugleich offen f\u00fcr den Raum um sie herum. Das Material Bronze, das sie bevorzugt verwendet, verst\u00e4rkt diese Spannung. Ihre Skulpturen sind keine Portr\u00e4ts im klassischen Sinn, sondern Verdichtungen menschlicher Pr\u00e4senz, sie sprechen von Haltung, W\u00fcrde und innerer Bewegung.<br>Mit Traum II (Kopf) und Anja 1977\/2025 begegnen sich auf dem Union-Areal zwei Pole ihres Werks, der Ursprung und die Reflexion, die junge Suche und die reife R\u00fcckschau. Gemeinsam zeigen sie, wie Pratschke \u00fcber Jahrzehnte hinweg einen unverwechselbaren k\u00fcnstlerischen Raum geschaffen hat, in dem K\u00f6rper, Geist und Material zu einer Einheit werden, sinnlich, kraftvoll und von stiller Poesie durchdrungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"featured_media":2574,"template":"","style-kunst":[],"qr-kat":[],"qr-code-kunst":[],"class_list":["post-5463","kunst","type-kunst","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/kunst\/5463","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/kunst"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kunst"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2574"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5463"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/style-kunst?post=5463"},{"taxonomy":"qr-kat","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/qr-kat?post=5463"},{"taxonomy":"qr-code-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/qr-code-kunst?post=5463"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}