Hoffnungsträger

Karl Laabs
30. Januar 1896

4. März 1979

PORTRAIT

Mein Handeln in diesen gefährlichen Jahren war selbstverständlich.

Karl Laabs wird in Hannoversch-Münden als ältester Sohn eines Lokomotivführers geboren. Nach der Mittleren Reife erlernt er das Maurer- und Steinmetzhandwerk und schließt sich der Wandervogelbewegung an.
30. Januar 1896

4. März 1979
Hannoversch-Münden

·

Reinhardshagen

Der Architekt und Feldwebel der Luftwaffe wird 1941 im besetzten Polen als Kreisbaurat in Chrzanów in der Nähe der Kleinstadt Oświęcim (Auschwitz) dienstverpflichtet. Dort wird Laabs Zeuge der Gewaltmaßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung. Er erwirbt ein großes Grundstück für einen landwirtschaftlichen Betrieb, fordert jüdische Arbeitskräfte an und lässt ihnen Papiere ausstellen, wodurch sie vorläufig geschützt sind. Wenn Transporte in Vernichtungslager drohen, bietet er weiteren Verfolgten Zuflucht, besorgt ihnen Essen, Geld und Kleidung.

Im Februar 1943 gibt Laabs vor, etwa 100 Jüdinnen und Juden in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu begleiten. Dabei tritt er in seiner Fliegeruniform auf. Die beiden Lastwagen schickt er jedoch nach Myslovice (Mislowitz, heute Tschechien) – die Fahrer sind bestochen, ein Offizier ist eingeweiht.

Am 15. Januar 1945 flüchtet Laabs mit seiner Familie vor der Roten Armee und erlebt das Kriegsende in Nordhessen. Nach einem langen Entnazifizierungsverfahren wird er 1949 als „entlastet“ eingestuft. 1972 erhält Karl Laabs das Bundesverdienstkreuz, 1980 wird er von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ anerkannt.

Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH

Carl-Benz-Straße 35
60386 Frankfurt

Kontaktieren
Sie uns