{"id":617,"date":"2025-07-12T16:04:36","date_gmt":"2025-07-12T16:04:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=hoffnungstrager&#038;p=617"},"modified":"2026-01-20T05:52:09","modified_gmt":"2026-01-20T05:52:09","slug":"erich-ohser","status":"publish","type":"hoffnungstrager","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/hoffnungstrager\/erich-ohser\/","title":{"rendered":"Ohser"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit scharfem Strich stellte sich Erich Ohser fr\u00fch gegen den Nationalsozialismus. Seine Karikaturen, die Hitler und Goebbels verspotteten, brachten ihm 1933 ein Berufsverbot ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Fr\u00fchjahr 1934 beauftragte Johannes Weyl, der Leiter des mittlerweile arisierten Ullstein Verlags, zu dem auch die auflagenstarke \u201eBerliner Illustrirte\u201d geh\u00f6rte, den Redakteur Kurt Kusenberg, einen Zeichner f\u00fcr eine regelm\u00e4\u00dfig erscheinende Bildergeschichte f\u00fcr ihr Erfolgsblatt zu suchen. Die Wahl fiel auf Erich Ohser. Aber nur unter der Bedingung: keine politischen Inhalte und ein neuer Name. Im Dezember 1934 erschien unter dem Pseudonym: \u201ee.\u202fo.plauen\u201c, die Initialen seines Namens und dem Namen seiner Heimatstadt Plauen, in der Berliner Illustrirten Zeitung Ohsers erste \u201eVater und Sohn\u201c-Geschichte. Diese Episoden voller Witz, W\u00e4rme und Menschlichkeit begeisterten bis 1937 Millionen Zeitungsleser.<br>Ab 1940 \u00e4nderte sich der Kurs: Auf Anordnung des Propagandaministeriums zeichnete Erich Ohser f\u00fcr die Wochenzeitung Das Reich politische Karikaturen. Bis 1944 entstanden \u00fcber 800 b\u00f6sartige Zeichnungen \u00fcber die alliierten Kriegsgegner. Warum der regimekritische K\u00fcnstler Teil der NS-Propaganda wurde, bleibt unklar. Privat jedoch nahm er kein Blatt vor den Mund und \u00e4u\u00dferte sich weiterhin kritisch, mitunter zu offen, wie sein Freund Erich K\u00e4stner mahnte.<br>1943 brachte Ohser seine Familie vor den zunehmenden Bombenangriffen in Sicherheit. Er selbst blieb in Berlin und quartierte sich mit seinem Freund, dem Journalisten Erich Knauf, in in Kaulsdorf ein, in dem Haus wohnte auch Bruno Schultz. Eine fatale Konstellation: denn Schultz war nicht nur Aktfotograf, er war auch SS-Mitglied und denunzierte Ohser bei der Gestapo. Am 28. M\u00e4rz 1944 wurde Ohser wegen \u201eWehrkraftzersetzung\u201c verhaftet. Der Prozess war f\u00fcr den 6. April angesetzt, das Todesurteil gewiss. Doch Ohser traf seine eigene Entscheidung: In der Nacht vor der Verhandlung nahm er sich in seiner Zelle das Leben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a id=\"_msocom_1\"><\/a><\/p>","protected":false},"featured_media":618,"template":"","style-hoffnungstrager":[7],"class_list":["post-617","hoffnungstrager","type-hoffnungstrager","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","style-hoffnungstrager-style-1","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/hoffnungstrager\/617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/hoffnungstrager"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/hoffnungstrager"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media\/618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-hoffnungstrager","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/style-hoffnungstrager?post=617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}