{"id":1396,"date":"2025-07-30T21:40:21","date_gmt":"2025-07-30T21:40:21","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=kunst&#038;p=1396"},"modified":"2026-06-13T14:42:58","modified_gmt":"2026-06-13T14:42:58","slug":"wood-138-2024","status":"publish","type":"kunst","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/kunst\/wood-138-2024\/","title":{"rendered":"Mas Wood 138, 2024"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Werke <em>Wood 138<\/em> und <em>Wood Painting 185<\/em> des uruguayischen K\u00fcnstlers Martin Mas stehen exemplarisch f\u00fcr eine k\u00fcnstlerische Praxis, in der sich Handwerk, Materialforschung und kontemplative Formensprache zu einer unverwechselbaren Einheit verdichten. Beide Arbeiten, die zwischen Skulptur, Malerei und Wandobjekt oszillieren, zeugen von einer tiefen Auseinandersetzung mit Holz, einem Material, das Mas seit seiner Jugend begleitet und das f\u00fcr ihn zugleich Erinnerungstr\u00e4ger, Arbeitsgrundlage und k\u00fcnstlerisches Gegen\u00fcber ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geboren in Montevideo, Uruguay und seit 2004 in Palma de Mallorca ans\u00e4ssig&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;begann Mas seine Laufbahn als gelernter Tischler und Holzbildhauer, bevor er an der Universit\u00e4t der Sch\u00f6nen K\u00fcnste in Montevideo bildende Kunst studierte. Diese doppelte Pr\u00e4gung, pr\u00e4zise handwerkliche Ausbildung und konzeptuelles Denken, bildet das Fundament seiner heutigen Arbeitsweise. In seinen Werken verbindet sich die Sprache des Materials mit einem zeitgen\u00f6ssischen Formbewusstsein, das zwischen Minimalismus und organischer Metamorphose changiert. In <em>Wood 138<\/em> und <em>Wood Painting 185<\/em> greift Mas die jahrhundertealte Tradition der Holzverarbeitung auf, transformiert sie jedoch zu einer modernen, poetischen Formensprache. Seine Wandobjekte und Skulpturen entstehen nicht aus einem einzigen Block, sondern wachsen prozessual: durch anf\u00fcgen, schneiden, \u00fcbermalen, schleifen oder &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;verbrennen. So entstehen lebendige Oberfl\u00e4chen, deren scheinbare Ruhe eine Geschichte intensiver physischer und gedanklicher Auseinandersetzung birgt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Farbigkeit dieser Werke entsteht durch ein spezielles Verfahren, bei dem Mas das Holz nicht deckend bemalt, sondern mit verd\u00fcnnter \u00d6lfarbe schichtet und \u201et\u00f6nt\u201c. Dieses lasierende F\u00e4rben l\u00e4sst die Maserung und Textur des Materials sichtbar&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;werden. Farbe und Holz treten in ein dialogisches Verh\u00e4ltnis; das eine offenbart das andere.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Zentrum seiner k\u00fcnstlerischen Forschung steht die Transformation<strong>,<\/strong> die Verwandlung des Gewohnten in etwas Neues, Unerwartetes. Inspiriert von physikalischen Prozessen des Wandels und historischen Skulpturtraditionen wie Michelangelos oder Berninis F\u00e4higkeit, Stein in lebendige Haut zu verwandeln, interessiert Mas die Grenze zwischen dem Tr\u00e4gen und dem Belebten. Seine Arbeiten scheinen zu atmen, sich zu bewegen, zu altern, als w\u00e4ren sie Teil eines gr\u00f6\u00dferen organischen Kreislaufs. Das Wiederentdecken der Holzverarbeitung im Jahr 2022 markierte f\u00fcr Mas einen entscheidenden Wendepunkt. Nach Jahrzehnten der Arbeit mit verschiedensten Materialien kehrte er in eine stillgelegte Tischlerei zur\u00fcck, deren Atmosph\u00e4re ihn unmittelbar mit seiner eigenen Herkunft verband. Diese R\u00fcckkehr zum Ursprung f\u00fchrte zu einer Erneuerung seines k\u00fcnstlerischen Blicks: Holz wurde nicht l\u00e4nger als Rohstoff behandelt, sondern als lebendiges Medium, das in sich die Geschichte von Zeit, Gebrauch und Wandlung tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem Union-Areal entfalten <em>Wood 138<\/em> und <em>Wood Painting 185<\/em> eine eindringliche Pr\u00e4senz: Sie wirken zugleich archaisch und modern, sinnlich und asketisch. In der Begegnung mit ihnen offenbart sich die elementare Frage, wie Materie zur Tr\u00e4gerin von Empfindung werden kann. Mas\u2019 Arbeiten fordern zur stillen Betrachtung auf \u2013 sie sind Meditationen \u00fcber Form, Prozess und Verg\u00e4nglichkeit. In ihnen verdichtet sich ein zentrales Anliegen seines Schaffens: das scheinbar Allt\u00e4gliche neu zu sehen, die Substanz der Welt zu befragen und aus Holz, Farbe und Licht etwas zu schaffen, das \u00fcber sich hinausweist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"featured_media":4295,"template":"","style-kunst":[],"qr-kat":[],"qr-code-kunst":[],"class_list":["post-1396","kunst","type-kunst","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/kunst\/1396","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/kunst"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kunst"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4295"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1396"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/style-kunst?post=1396"},{"taxonomy":"qr-kat","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/qr-kat?post=1396"},{"taxonomy":"qr-code-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/qr-code-kunst?post=1396"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}