{"id":4321,"date":"2025-12-17T11:45:27","date_gmt":"2025-12-17T11:45:27","guid":{"rendered":"https:\/\/kultur-goldman.de\/?post_type=kunst&#038;p=4321"},"modified":"2026-04-29T13:34:01","modified_gmt":"2026-04-29T13:34:01","slug":"die-raketen","status":"publish","type":"kunst","link":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/kunst\/die-raketen\/","title":{"rendered":"Goldman, Die Raketen"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Raketen oder \u201eSag mir, wo die Blumen sind \u2026\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Werk, zwei vertikal montierte Raketen, die an der Fassade des schwarzen Backsteingeb\u00e4udes angebracht sind. Auf ihren Oberfl\u00e4chen jeweils eine Liedzeile: <strong>\u201e<\/strong><em>Sag mir, wo die Blumen sind, wo sind sie geblieben<\/em>?\u201c und \u201e<em>Sag, wo die Soldaten sind \u00fcber Gr\u00e4bern weht der Wind<\/em>\u201c. Die Zeilen dieses Antikriegsliedes wurden bewusst auf Objekte projiziert, die f\u00fcr destruktive Kraft stehen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Werk <em>Die Raketen<\/em> verbindet den poetischen Kreislauf von Leben, Verlust und Wiederkehr mit der physischen Form milit\u00e4rischer Gewalt. Die Raketen stehen starr und lautlos, doch der Text auf ihnen erz\u00e4hlt von der Wiederholung der immer gleichen Fragen und von der Unf\u00e4higkeit der Menschheit, aus ihrem eigenen Kreislauf des Krieges auszubrechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen Geb\u00e4uden, Himmel und urbanem Raum entsteht ein Spannungsfeld: W\u00e4hrend der Ort allt\u00e4glich bleibt, ist die Botschaft universell. Unversehens werden die Objekte selbst zu einem Warnsignal, weil ihre warnende Inschrift sie verr\u00e4t: Raketen sind Kriegs-Werkzeug<strong>.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Marlene Dietrich, die 1930 als fesche Lola in der Verfilmung von Heinrich Manns Roman Professor Unrat \u201eDer blaue Engel\u201c ber\u00fchmt wurde, ging mit dem Regisseur Josef von Sternburg nach Hollywood. So sehr sie nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten von der deutschen Filmindustrie auch umworben wurde und so lukrativ die Angebote auch waren, sie blieb in Amerika. 1939 wurde sie amerikanische Staatsb\u00fcrgerin und unterst\u00fctze die US-Truppen w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs. 1962 machte sie die deutsche Version von Pete Seegers Antikriegslied \u201eWhere Have All The Flowers Gone\u201c ber\u00fchmt. Kaum bekannt ist, dass die Idee des Liedes einem Donkosaken Lied entliehen ist. Der Song passt also nicht in nationale Schubladen. \u201eSag mir, wo die Blumen sind\u201c ist eine zyklische Antikriegserz\u00e4hlung, die die Folgen des Krieges durch wiederkehrende Fragen und Antworten illustriert. Es beginnt mit der Frage, wo die Blumen geblieben sind und wird beantwortet, dass M\u00e4dchen sie flink gepfl\u00fcckten haben. Dies f\u00fchrt zur Frage nach den M\u00e4dchen, und so weiter, bis zum Thema Krieg und Gr\u00e4ber. Pete Seegers Text und Max Colpets deutsche Version zeigen eine unaufhaltsame Kette von Ereignissen, die aus dem Verlust und dem Leiden entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Gegen\u00fcberstellung der Raketen entsteht ein Spannungsfeld zwischen lyrischer Fragilit\u00e4t und milit\u00e4rischer H\u00e4rte. Dabei wirken die Raketen wie eingefrorene Zeugen einer Gewalt, die \u00fcberall auf der Welt Spuren hinterl\u00e4sst. Aber der Liedtext verwandelt sie in Warnsignale und weist auf den ewigen Kreislauf von Natur, Mensch, Krieg und Tod hin, den das Lied beschreibt und der hier in metallischer Form sichtbar wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Installation holt den Antikriegssong in den \u00f6ffentlichen Raum und richtet den Blick nach oben, dorthin, wo Bedrohung und Hoffnung gleicherma\u00dfen verortet sein k\u00f6nnen. So wird das Werk zu einer stillen Frage an jede:n BetrachterIn: Wann wird man je verstehen?<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>","protected":false},"featured_media":4281,"template":"","style-kunst":[],"qr-kat":[],"qr-code-kunst":[],"class_list":["post-4321","kunst","type-kunst","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","entry","has-media"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/kunst\/4321","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/kunst"}],"about":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kunst"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4281"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4321"}],"wp:term":[{"taxonomy":"style-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/style-kunst?post=4321"},{"taxonomy":"qr-kat","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/qr-kat?post=4321"},{"taxonomy":"qr-code-kunst","embeddable":true,"href":"https:\/\/kultur-goldman.de\/it\/wp-json\/wp\/v2\/qr-code-kunst?post=4321"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}