de Sousa Mendes Aristides
Hoffnungsträger
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PORTRAIT
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Was für eine Welt, in der man verrückt sein muss, um das Richtige zu tun.
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„Ich konnte nicht anders handeln, und so akzeptiere ich alles, was mir widerfahren ist, mit Liebe.“
Aristides de Sousa Mendes
Ab 1938 vertritt der Generalkonsul de Sousa Mendes die Interessen Portugals in Bordeaux (Frankreich). Tausende Verfolgte versuchen von Frankreich nach Portugal zu entkommen, da das Land neutral und nicht am Krieg beteiligt ist. Von dort wollen sie nach Übersee fliehen. De Sousa Mendes möchte helfen und widersetzt sich dem Verbot der Regierung, Flüchtlinge ins Land zu lassen. Eigenmächtig erteilt er mehrere Tausend Visa für jüdische Flüchtlinge. Unmittelbar danach, am 20. Juni 1940, wird er aus seinem Amt entlassen und erhält im Oktober Berufsverbot. Er verkauft sein Haus, um die Familie zu versorgen. Jüdische Organisationen helfen der verarmten Familie nach dem Krieg mit Nahrung.
Nach seinem Tod 1954 kämpfen seine Kinder jahrzehntelang um die Anerkennung seiner Hilfe. Ende der 1980er Jahre entschuldigt sich die portugiesische Regierung bei der Familie. Aristides de Sousa Mendes wird international als Retter geehrt.
© Gedenkstätte Stille Helden
- Am 18. Oktober 1966 wurde Aristides de Sousa Mendes von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
- In der Negev-Wüste wurde ein Wald mit 10.000 Bäumen nach ihm benannt.
- Im Mai 1987 verlieh Mário Soares, der damalige Präsident Portugals, Aristides de Sousa Mendes postum den Freiheitsorden.
- In der Rue du Château d’Eau, Esplanade Charles DeGaulle in Bordeaux steht ihm zu Ehren ein Denkmal.
- In Wien ist eine Straße nach ihm benannt.
- Am 13. März 1988 wurde Sousa Mendes offiziell vom portugiesischen Parlament rehabilitiert.
- Karin Weise: Über Aristides de Sousa Mendes. Der „Schindler“ von Portugal. München 2017.
- Aristides de Sousa Mendes. Der aufsässige Konsul. Yad Vashem, online.
Gerettet vor der Shoa. Auf den Spuren von de Sousa Mendes. ARTE, 08.11.2023.
Viele der Menschen, die Aristides de Sousa Mendes einst vor der Verfolgung rettete, erzählten ihren Kindern später nie von ihrer Flucht aus Frankreich oder ihrer wahren Herkunft. Erst Jahrzehnte später – oft erst nach dem Tod der Eltern oder Großeltern – erfuhren die Nachkommen ihren ursprünglichen Namen und wem sie tatsächlich ihr Überleben verdankten.
Sprechen wir über Aristides de Sousa Mendes, Frau Fohl!
Ein Podcast aus der Reihe Frau Goethe liest. Der Beitrag bietet einen gut verständlichen Einblick in das Leben und Wirken des portugiesischen Diplomaten Aristides de Sousa Mendes.
„Ich konnte nicht anders handeln, und so akzeptiere ich alles, was mir widerfahren ist, mit Liebe.“
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
60386 Frankfurt