Hoffnungsträger

Gerhard Wiese
26. Aug. 1928

Steckbrief

Wir können aus der Erde keinen Himmel machen, aber jeder von uns kann etwas tun, dass sie nicht zur Hölle wird.

Gerhard Wiese, geboren 1928, studierte Jura in Frankfurt am Main. Auf Initiative von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer war er als junger Staatsanwalt gemeinsam mit Joachim Kügler und Georg Friedrich Vogel maßgeblich am Auschwitz-Prozess (1963–1965) vor dem Landgericht Frankfurt beteiligt. Er verfasste Anklageschriften, hielt Plädoyers gegen einige der grausamsten Täter und trug entscheidend dazu bei, die Verbrechen juristisch aufzuarbeiten und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

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26. Aug. 1928

Berlin

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Der Auschwitz-Prozess begleitet mich bis heute.

Der Auschwitz-Prozess begleitet mich bis heute.

Gerhard Wiese, geboren 1928, studierte Jura in Frankfurt am Main. Auf Initiative von Generalstaatsanwalt Fritz Bauer war er als junger Staatsanwalt gemeinsam mit Joachim Kügler und Georg Friedrich Vogel maßgeblich am Auschwitz-Prozess (1963–1965) vor dem Landgericht Frankfurt beteiligt. Er verfasste Anklageschriften, hielt Plädoyers gegen einige der grausamsten Täter und trug entscheidend dazu bei, die Verbrechen juristisch aufzuarbeiten, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen und den Opfern eine Stimme zu geben.

Die Ankläger im „Auschwitz-Prozess“ stießen auf erhebliche Widerstände, sowohl in der Justiz als auch in der Gesellschaft. Der Prozess brachte erstmals die systematische Ermordung europäischer Juden ins öffentliche Bewusstsein. Gerhard Wiese betonte: „Keiner konnte mehr behaupten, dass es keine Gaskammer gegeben hat.“

Wiese engagierte sich auch in weiteren NS-Verfahren. 1966 beobachtete er in Ost-Berlin den Prozess gegen den Lagerarzt Horst Fischer, der zum Tode verurteilt wurde. Ab 1971 war er Oberstaatsanwalt in Frankfurt am Main, ab 1989 stellvertretender Leiter der Staatsanwaltschaft. Wiese ging 1993 in den Ruhestand. Seither hält Wiese auf Einladung von Universitäten Vorträge zu den Auschwitzprozessen und engagiert sich als Zeitzeuge, insbesondere bei Schulklassen.

Ardi Goldman Kunst-
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