Hoffnungsträger

Jan Wildschut
28. November 1913

1. Januar 1945

PORTRAIT

Ein Fall kollektiver Rettung.

Jan Wildschut, geboren in Nordbrabant, war vor dem Krieg Berufsoffizier. Während der Besatzungszeit kämpfte er an der Seite von Johannes Post im niederländischen Widerstand. Gemeinsam beteiligten sie sich an zahlreichen Überfällen auf Verteilungsstellen, um Lebensmittelkarten und Ausweispapiere für Untergetauchte zu beschaffen.

Personenbeispiel von: 

28. November 1913

1. Januar 1945
's-Hertogenbosch

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KZ Leonberg

Jan Wildschut, geboren in Nordbrabant, war vor dem Krieg Berufsoffizier. Während der Besatzungszeit kämpfte er an der Seite von Johannes Post im niederländischen Widerstand. Gemeinsam führten sie zahlreiche Überfälle auf Verteilungsstellen durch, um Lebensmittelkarten und Ausweispapiere für Untergetauchte zu beschaffen. Beide gehörten zu einem Netzwerk, das aus dem geistlichen Widerstand der protestantischen Kirchen hervorging und auch über Nieuwlande hinaus Verfolgten half. Das Tagebuch von Arnold Douwes und die Aussagen von Max Léons belegen Wildschuts entscheidende Rolle bei der Rettung vieler jüdischer Verfolgter in Nieuwlande und Umgebung.

Am 23. Juni 1944 nahm Jan Wildschut auf Bitten von Johannes Post an einem überhastet geplanten Überfall auf die Zuteilungsstelle in Haarlem teil. Die Aktion scheiterte, Wildschut wurde verhaftet und ins Amsterdamer Gefängnis Weteringschans gebracht. Post fühlte sich verantwortlich und ging das große Risiko ein, mit einem niederländischen SS-Mann zusammenzuarbeiten, der ihm Zugang zum Gefängnis versprach.

In der Nacht zum 15. Juli 1944 versuchten 16 Widerstandskämpfer, Wildschut zu befreien. Doch der SS-Mann verriet den Plan. Die Gruppe lief in einen Hinterhalt – einige wurden getötet, andere verletzt. Johannes Post wurde, obwohl er nicht am Überfall beteiligt war, festgenommen. Nach kurzem Verhör wurden alle Gefangenen zum Tode verurteilt und am 16. Juli 1944 hingerichtet.

Jan Wildschut wurde kurz darauf in das KZ Herzogenbusch deportiert. Er überlebte dort, vermutlich weil man seine Rolle im Widerstand unterschätzte. Mit dem letzten Transport wurde er am 8. September 1944 nach Sachsenhausen und wenig später ins KZ Leonberg verschleppt, wo er am 1. Januar 1945 verstarb.

Quelle: KZ-Gedenkstätte-Leonberg

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