Der Kunstparcours

Friedhelm Welge

Das macht die Henker machtlos, 2016

Grüner Marmor | 190 x 82 x 49 cm

Von der Gestapo in Tegel inhaftiert Am 9. April 1945 in Flossenbürg in aller Eile gehängt Er sollte nicht überleben: Dietrich Bonhoeffer Einer an dem man sich festhalten kann in größter Not Wie dieser Christopherus In den Folterkellern der Gestapo gab er Mithäftlingen Zuversicht Und Unbeugsamkeit Er rettete sie vor der Zerstörung ihres Menschseins Ein Märtyrer aus Fleisch und Blut In seiner Biographie wurde Mir der legendäre Christopherus begreiflich Er bringt dich rüber auf die andere Seite Macht dass du als menschliches Wesen heil bleibst Das macht die Henker machtlos

Friedhelm Welge lebt in Frankfurt am Main und arbeitet in seinem Atelier in Bad Camberg.
*1952 in Krefeld, DE

Ein Blick hinter das Werk

„Er sollte nicht überleben. Dietrich Bonhoeffer. Einer, an dem man sich festhalten kann in größter Not. Wie dieser Christopherus.“

Die Skulptur erinnert an Dietrich Bonhoeffer, der von der Gestapo in Berlin-Tegel inhaftiert und am 9. April 1945 im KZ Flossenbürg ermordet wurde. In der Haft war Bonhoeffer für viele Mitgefangene Halt und geistiger Widerstand: Einer, der Menschlichkeit bewahrte, wo sie systematisch zerstört werden sollte.

Welge verbindet diese Gestalt mit dem Motiv des heiligen Saint Christopher: einer, der trägt, der hinüberhilft, der Stand gibt im Strom der Bedrohung. Der Märtyrer „aus Fleisch und Blut“ wird zur Brückenfigur. Einer, der hilft, „dass er auf die andere Seite gelangt und dass er als menschliches Wesen heil bleibt“. „Das macht die Henker machtlos.“

 

Über die Künstler:in

Der Bildhauer Friedhelm Welge (*1952) lebt in Frankfurt am Main, hat sein Atelier in Bad Camberg und arbeitet realistisch-expressiv. Aus seinem zentralen Werk PROJEKT 14 (14 Skulpturen zum Thema Menschenrechte) hat Ardi Goldman drei Skulpturen erworben. Seit über 40 Jahren ist der Bildhauer künstlerisch tätig, ebenso lange schreibt er parallel dazu. Dabei folgt er dem Credo: „Dichten ist Wüten und Walten im Steinbruch der Sprache.“ So ist etwa der Gedichtband WORTSTEINE. Gedichte zu Skulpturen im Jahr 2025 erschienen; er enthält unter anderem Texte zu allen vier Skulpturen, die auf dem Union-Areal zu sehen sind. Er arbeitet bevorzugt mit Marmor, Sandstein, Diabas, Muschelkalk und Granit. Doch greift er auch immer wieder zu Holz, Bronze oder entwickelt objekthafte Formen.

Sein bildhauerisches und sprachliches Arbeiten durchdringen einander. Die Skulptur ist für Welge nie nur Form, sondern immer auch verdichtete Erzählung, historisches Echo und existenzielle Befragung. In den drei hier versammelten Werken aus dem PROJEKT 14 wird dieser Zusammenhang besonders deutlich – sie verbinden individuelle Schicksale, geistige Haltungen und spirituelle Dimensionen mit dem übergeordneten Thema der Menschenrechte.

Photos: © Stefan Gröpper Photography

Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH

Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main

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