Merav Kamel & Halil Balabin, Hide and seak, 2025
Der Kunstparcours
Hide and seak, 2025
Merav Kamel *1988 in Tel Aviv, ISR.
EDUCATION
B.A. Fine Art, Bezalel Academy of Art and Design, Jerusalem
Diplom, Animation: IAC, Tel Aviv
Merav Kamel:
B.A. Fine Art, Bezalel Academy of Art and Design, Jerusalem
Diplom, Hebrew Culture and Philosophy: Alma, Tel Aviv
GRANTS, AWARDS, RECOGNITION
2018 Young Artist Award, Jerusalem
2020 Beatrice S. Kolliner Award for a Young Israeli Artist, Jerusalem
Merav Kamel:
2018 Young Artist Award, Jerusalem
2020 Beatrice S. Kolliner Award for a Young Israeli Artist, Jerusalem
- zum Standort navigieren
Ein Blick hinter das Werk
Die beiden Außenskulpturen auf dem Union-Areal – großformatige Eisenschnitte, die auf den Litfaßsäulen zu schweben scheinen – zeigen jeweils eine menschliche Figur, die in die umgebende, sie umwuchernde Vegetation eingebettet ist. Die Figuren, die langsam im Uhrzeigersinn rotieren, wirken wie in einem Moment der Bewegung eingefroren: still, exponiert, mit offenen, durchlässigen Körpern. Die eine sitzt auf einem Stuhl, schwebend zwischen Stabilität und Zusammenbruch; die andere streckt sich dem Boden entgegen und geht allmählich in ihm auf. Beide befinden sich in einem Zustand, zwischen Präsenz und Verschwinden. Eisen, ein kaltes industrielles Material, steht in scharfem Kontrast zur lebendigen, sich ständig verändernden Vegetation. Gerade durch diese Starrheit jedoch wird Verletzlichkeit sichtbar: Die Konturen des Körpers verschmelzen mit den Ästen, und die Figur beginnt, ihre klaren Grenzen zu verlieren. Der Körper steht der Natur nicht entgegen, sondern wird von ihr aufgenommen.
Die Arbeiten korrespondieren mit der Geschichte von Maya Alper, einer Überlebenden des Nova-Festival Massakers. Sie schilderte, wie sie sich, um zu überleben, als Busch tarnte und in dem Dickicht, in dem sie sich versteckte, zu einer pflanzenähnlichen Gestalt wurde. Diese Erzählung ist in den Werken nicht als direkte Darstellung präsent, sondern als mentaler Zustand: ein Moment, in dem das Äußere – die Vegetation, die Landschaft – zur zweiten Haut wird, zu einer lebendigen Hülle.
Darüber hinaus greifen die Arbeiten den Daphne Mythos auf und verorten ihn in einem zeitgenössisch existenziellen statt mythologischen Kontextes. Das Einswerden mit der Vegetation als Reaktion auf eine Realität der Bedrohung, eine stille Entscheidung ein Anderes zu werden. Im öffentlichen Raum fordern die Skulpturen keine dramatische Aufmerksamkeit, sondern laden zur langsamen Betrachtung eines Körpers ein, der an der Schwelle existiert.
Über die Künstler:in
Merav Kamel und Halil Balabin arbeiten seit 2012 zusammen. Ihre künstlerische Praxis entsteht aus einer kollektiven Intuition: Sie folgen ihren Instinkten und schaffen Werke, die Absurdität und Humor mit Geschichte, Sexualität und Fantasie verbinden. Ihre Arbeiten gründen häufig auf einem Witz oder ironisieren Anekdoten ihres Alltags, die sich dann zu allgemeineren kritischen Aussagen verdichten. Das in Tel Aviv ansässiges Künstlerduo arbeitet mit Materialien wie Stoff, Holz, Metall, Keramik, Stein und erschafft daraus skulpturale Puppen sowie raumgreifende Zeichnungen. Elemente, die eine Auseinandersetzung mit dunkleren, sensiblen, verletzlichen und schmerzhaften Aspekten menschlicher Erfahrung ermöglichen, sowohl auf persönlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene.
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main