Winges, Demokrameter
Kunst der unionität
Demokrameter
„Die Demokratie setzt die Vernunft im Volke voraus, die sie erst hervorbringen sollte."
Ein Blick hinter das Werk
Der „DEMOKRAMETER“ (altgriechisch demos = Volk, métron = Maß I „Maß der Volksherrschaft“) spiegelt dem Betrachter zweierlei Einsichten. Zum einen die Achse, welche uns komplementär die gesellschaftlichen Wandlungen aufzeigt. So bedarf es nach demokratischen Strebungen ein Souverän, freie Wahlen, umfassende Rechte usw. die uns zu einem freien Volk machen. Regelmäßige Wahlen und der offene Diskurs, führt uns dabei im besten Falle zu einem lernenden, wachsenden und den zukünftigen Anforderungen gerecht werdenden Zivilgesellschaft. Andererseits sind Bestrebungen ersichtlich, die eine Mehrklassengesellschaft und hubristische Alleinherrschaften anstreben. Dieser Monismus, schränkt Wahlen ein, entzieht Rechte und forciert invasiv die Existenzängste eines Volkes, z. B. von Unterwanderung, Austausch. Die dadurch deklarierten Feindbilder müssen am Leben erhalten und auf unser Gegenüber projiziert werden, mit spaltenden und vernichtenden Auswirkungen. Diese gesellschaftlichen Entwicklungsstufen sollen dem Betrachter bewusstgemacht werden, um den eigenen “DEMOKRAMETER“ justieren zu können.
Das Kapillar weist dabei auf eine Interaktion zwischen Temperatur und Ausdehnungskoeffizient hin, welcher als Analogie gesehen werden kann, zwischen dem Zustand der Gesellschaft und individuellem Engagement. Je mehr sich die Zivilgesellschaft beteiligt und verbindet, desto höher ist das „Maß der Volksherrschaft“ bzw. auch der „Verlust der Volksbeteiligung“.
Gestaltung: Eva Kneer.
Über die Künstler:in
Johannes J. Winges (*1974 in Frankfurt/M), wurde früh durch christliche Bewegungen geprägt, wie z. B. der Kolpinggemeinschaft. So folgte er den familiären Anspruch, aus welchem zuvor ein Pfarrer sowie eine Nonne hervorgegangen ist und wurde Messdiener, später besuchte er ein christliches Internat. Eines seiner frühsten Erinnerungen ist der Gedanke danach, einen Beitrag für ein gelingendes Miteinander einzubringen sowie die Frage, wie der Mensch unter Menschen interagiert. Aus dieser kindlichen Prägung entstand die Haltung den Wehrdienst zu verweigern und nach dem Zivildienst Sozialpädagogik zu studieren. Es folgten Tätigkeiten in der Jugendhilfe, Ehrenämter in freien Trägern und stationären Seeting. Nach seiner Ausbildung zum Psychotherapeuten ließ er sich in Frankfurt/M nieder. Seine Bemühungen richten sich auf die Förderung individueller- und gesellschaftlicher Entwicklung sowie Partizipation.
Fotos: © Marie Hess
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main