„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag."
Dieses Relief ist mehr als eine bronzene Inschrift. Es ist ein stilles Zeugnis von Haltung. Von Glauben. Von Menschlichkeit in einer Zeit, in der Menschlichkeit beinahe ausgelöscht wurde.
Ein Blick hinter das Werk
Die Worte Dietrich Bonhoeffers entstanden 1944 im Gefängnis — wenige Monate bevor ihn die Nationalsozialisten ermordeten. Es sind Worte eines Menschen, der wusste, dass sein Leben enden würde, der aber nicht Hass hinterließ, sondern Vertrauen. Nicht Angst, sondern Würde. Hier geht es nicht um Religion als Institution. Es geht um Glauben als Haltung. Um die Frage, was den Menschen trägt, wenn alle Sicherheiten zerbrechen.
Die Bronze verleiht diesen Worten eine beinahe ewige Schwere. Sie konserviert nicht nur einen Text, sondern einen inneren Widerstand. Die Engel, die das Relief umgeben, wirken dabei nicht triumphierend, sondern still und wachsam — wie Sinnbilder einer Hoffnung, die selbst im Dunkel nicht verstummt. Wenn man die Worte liest und den Klang der Glocke hört, entsteht ein Moment zwischen Erinnerung und Gegenwart. Ein Moment, in dem Bonhoeffers letzte Zeilen nicht vergangen wirken, sondern erschreckend lebendig.
Über die Künstler:in
Eberhard F. Gutberlet ist Bildhauer und Kirchenrestaurator. In seiner Arbeit übersetzt er spirituelle und historische Inhalte in Formen von auratischer Präsenz — still, präzise, bleibend. Das Relief erinnert daran, dass wahre Größe oft leise ist. Dass Menschlichkeit dort beginnt, wo Menschen trotz Angst füreinander einstehen.