Welge In andere Welten aufbrechen
Der Kunstparcours
In andere Welten aufbrechen
„Als Abt sei er friedlich entschlafen nach einem erfüllten Leben. Die Ausnahme unter den Vierzehn. Wundersame Geschichten ranken um ihn; Ägidius.“
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Ein Blick hinter das Werk
Mit Ägidius erscheint eine Figur, die im Kontrast zu den leidvollen Biografien der anderen Werke steht – „die Ausnahme unter den Vierzehn“. Für Welge wird Saint Giles (lat. Ägidius) zum Symbol einer Identität, die in ihrer „Kutte/Hülle“ aufgehoben ist und zugleich über sich hinausweist.
Die Form trägt etwas Kapselhaftes, Geschütztes – und zugleich Futuristisches. Der Künstler spricht selbst von einer Anmutung „wie ein Astronaut“: eine Figur zwischen Innerlichkeit und Aufbruch, zwischen klösterlicher Sammlung und kosmischer Weite.
Nicht zufällig erinnert der Name auch an die 1968 in Rom gegründete Comunità di Sant’Egidio, die 1992 maßgeblich am Friedensschluss in Mosambik beteiligt war. So verbindet die Skulptur spirituelle Tradition mit gegenwärtigem Engagement – ein Aufbruch „in andere Welten“, der im Diesseits wirksam wird.
Über die Künstler:in
Der Bildhauer Friedhelm Welge (*1952) lebt in Frankfurt am Main, hat sein Atelier in Bad Camberg und arbeitet realistisch-expressiv. Aus seinem zentralen Werk PROJEKT 14 (14 Skulpturen zum Thema Menschenrechte) hat Ardi Goldman drei Skulpturen erworben. Seit über 40 Jahren ist der Bildhauer künstlerisch tätig, ebenso lange schreibt er parallel dazu. Dabei folgt er dem Credo: „Dichten ist Wüten und Walten im Steinbruch der Sprache.“ So ist etwa der Gedichtband WORTSTEINE. Gedichte zu Skulpturen im Jahr 2025 erschienen; er enthält unter anderem Texte zu allen vier Skulpturen, die auf dem Union-Areal zu sehen sind. Er arbeitet bevorzugt mit Marmor, Sandstein, Diabas, Muschelkalk und Granit. Doch greift er auch immer wieder zu Holz, Bronze oder entwickelt objekthafte Formen.
Sein bildhauerisches und sprachliches Arbeiten durchdringen einander. Die Skulptur ist für Welge nie nur Form, sondern immer auch verdichtete Erzählung, historisches Echo und existenzielle Befragung. In den drei hier versammelten Werken aus dem PROJEKT 14 wird dieser Zusammenhang besonders deutlich – sie verbinden individuelle Schicksale, geistige Haltungen und spirituelle Dimensionen mit dem übergeordneten Thema der Menschenrechte.
Photos: © Stefan Gröpper Photography
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main