Der Kunstparcours

Sonja Yakovleva

Aphrodite‘s Beach, 2025

Scherenschnitt auf Folie | Fensterinstallation

„Natürlich gibt es schlechte Zeiten und gute Zeiten. Aber wir halten zusammen und stehen das gemeinsam durch."

SONJA YAKOVLEVA LEBT UND ARBEITET IN FRANKFURT AM MAIN, DE.
*1989 in Potsdam, DE

EDUCATION

Hochschule für Gestaltung, Offenbach am Main
Hochschule der Bildenden Künste, Athen

GRANTS, AWARDS, RECOGNITION

2024 Frankfurter Kunstverein, Einzelausstellung Wer hat Macht?
Körper im Streik Galerie Robert Grunenberg, Berlin

Ein Blick hinter das Werk

Aphrodite’s Beach ist ein großformatiger Scherenschnitt auf Folie, der als Fensterinstallation auf dem Union-Gelände zu sehen ist. Yakovleva schneidet ihre Motive nicht aus weißem Papier — sie arbeitet mit schwarzer Folie auf leuchtendem Untergrund. Das Licht, das durch die Fenster fällt, macht das Werk lebendig: Je nach Tageszeit und Witterung verändert sich die Intensität, mit der das Türkis durch die geschnittenen Flächen strahlt.

Das Bild selbst ist dicht: Meerestiere, Pflanzen, Körper — alles verwoben in einem üppigen, fast ornamentalen Bildraum. Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe und des Begehrens, entstieg der See. Sie steht für Schönheit als Macht, für weibliche Selbstermächtigung, für das Sinnliche als politische Geste. Yakovleva übersetzt diese Mythologie in ihre eigene Bildsprache: direkt, popfeministisch, ohne Entschuldigung.

Ein Fenster, das nicht mehr durchsichtig ist — sondern erzählt.

Über die Künstler:in

Sonja Yakovleva (*1989 in Potsdam) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. In St. Petersburg aufgewachsen, studierte sie an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach und der Hochschule der Bildenden Künste in Athen. Frankfurt — die Stadt, von der sie dachte, sie würde ihr eines Tages überdrüssig werden — ist ihr Zuhause geworden. Hier hat sie ihre eigene Infrastruktur aufgebaut, hier entstehen ihre Werke.

Bekannt ist Yakovleva für ihre monumentalen Scherenschnitte: großformatige, raumgreifende Panoramen, die Frauenmacht, Körperlichkeit und gesellschaftliche Machtstrukturen mit popfeministischer Schärfe und Ironie verhandeln. Ihre Motive — Körper, Tiere, politische Symbole — bezieht sie aus dem Alltag, aus Social Media, aus Stockfotoarchiven. Das Handwerkliche, das Volkskundliche des Scherenschnitts verbindet sie mit explizit zeitgenössischen, oft provokanten Inhalten. 2024 bespielt sie den Frankfurter Kunstverein mit ihrer bisher größten institutionellen Einzelausstellung.

Photos: © Marie Ruck

Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH

Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main

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