Sugihara
Hoffnungsträger
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PORTRAIT
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Ich habe meiner Regierung den Gehorsam verweigert.
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„Am Ende traf ich meine Entscheidung als Mensch. Ich habe die ganze Nacht darüber nachgedacht. Was ich tat, könnte aus Sicht eines Diplomaten falsch gewesen sein. Dennoch konnte ich die Tausenden von Menschen, die auf mich angewiesen waren, nicht im Stich lassen. …“
Chiune Sugihara
Chiune Sugihara arbeitet etwa seit Herbst 1939 als Vizekonsul in Kaunas. Im Juni 1940 besetzt die Sowjetunion Litauen. Zu diesem Zeitpunkt leben in Litauen viele Jüdinnen und Juden, die aus Polen geflüchtet sind, als das Land von Deutschland angegriffen wurde. Nun fürchten sie Repressionen durch das Sowjetregime. Viele beantragen Transitvisa für Japan, um von dort in sichere Länder zu gelangen.
Sugihara darf Transitvisa nur an Personen erteilen, die über finanzielle Mittel verfügen und ein Einreisevisum für das Zielland vorweisen können. Er stellt jedoch auch anderen Jüdinnen und Juden Transitvisa aus. Sugihara arbeitet ununterbrochen, um möglichst viele Visa zu erstellen. Dank Sugihara können etwa 6.000 Jüdinnen und Juden Litauen verlassen. Als 1941 deutsche Truppen die Sowjetunion angreifen, ermorden sie die meisten in Litauen verbliebenen Jüdinnen und Juden.
Nach Kriegsende wird Sugihara als Diplomat des Kriegsgegners Japan mitsamt seiner Familie von den sowjetischen Behörden interniert. Als er 1947 nach Japan zurückkehrt, wird er aus dem diplomatischen Dienst entlassen, vermutlich aufgrund seines Handelns in Kaunas.
1984 wird Sugihara als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
© Gedenkstätte Stille Helden
- 1984 wurde Chiune Sugihara von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet.
- Im ehemaligen japanischen Konsulat in Kaunas entstand ein Museum; in Netanja, Kaunas und Vilnius wurden Straßen nach ihm benannt, ebenso der Asteroid (25893). Auch in seiner Heimatstadt Yaotsu erinnert eine Gedenkstätte an ihn.
- 2002 wurde in Los Angeles eine Bronzeskulptur enthüllt – im Beisein seines Sohnes und der Konsuln aus Litauen, Israel und Japan. Zwei Jahre später gab die litauische Post eine Briefmarke mit seinem Porträt heraus.
- 2018 folgte in Nagoya eine Bronzestatue, die Sugihara beim Überreichen von Visa zeigt und 2020 enthüllte Litauens Präsident Gitanas Nausėda in Kaunas ein Denkmal zu seinen Ehren.
Am 19. April 2023 wurde er in der Carnegie Hall mit einem Konzert geehrt, veranstaltet von Yad Vashem USA und der American Society for Yad Vashem.
Am 4. August 1977 führte Michinosuke Kayaba, Büroleiter von Fuji TV Moskau, ein Gespräch mit Chiune Sugihara.
Das Interview ist auf der Website von Yad Vashem unter dem Titel „Interview mit Sugihara“ verfügbar.
Visas for Life. Die Dokumentation aus dem Jahr 2010 erzählt die authentische Geschichte aus der Sicht der Überlebenden, die dank Sugiharas Visa gerettet wurden, und begleitet sie von Polen bis in neue Heimaten wie Israel, Kanada, Neuseeland und die USA. Regie: Juozas Sabolius. Der Film ist in englischer Sprache auf YouTube verfügbar.
„Am Ende traf ich meine Entscheidung als Mensch. Ich habe die ganze Nacht darüber nachgedacht. Was ich tat, könnte aus Sicht eines Diplomaten falsch gewesen sein. Dennoch konnte ich die Tausenden von Menschen, die auf mich angewiesen waren, nicht im Stich lassen. …“
Ardi Goldman Kunst-
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