Kaminsky
Hoffnungsträger
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PORTRAIT
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In einer Stunde fälsche ich 30 Dokumente; wenn ich eine Stunde schlafe, sterben 30 Menschen.
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„Papiere zu fälschen, war nie ein moralisches Problem für mich. Ich habe es Menschen möglich gemacht, Grenzen zu passieren, sich in Sicherheit zu bringen, zu überleben. Das ist alles.“
Adolfo Kaminsky
Adolfo Kaminsky wird als Sohn russisch-jüdischer Eltern in Argentinien geboren. 1932 zieht die Familie nach Vire in Nordfrankreich. Er beginnt eine Färberlehre. 1940 wird die Stadt von deutschen Truppen besetzt. Kurz darauf beteiligt Kaminsky sich erstmals an Sabotageaktionen einer Widerstandsgruppe. Er baut Zünder und mischt Chemikalien, mit denen Leitungen und Bahnschienen beschädigt werden.
1943 wird die Familie festgenommen und in das Deportationssammellager Drancy verschleppt. Heimlich kontaktieren sie das argentinische Konsulat, das sich erfolgreich für ihre Freilassung einsetzt. Nach einer weiteren Festnahme und erneuter Freilassung tauchen sie in Paris unter. Sie besorgen sich gefälschte Papiere. Dabei kommt Kaminsky in Kontakt mit der jüdischen Widerstandsgruppe La Sixième, die ihn als Fälscher anwirbt. Mit immer ausgefeilteren Methoden stellt er Tausende Ausweispapiere her. Er wird nie enttarnt.
Nach der Befreiung fälscht Adolfo Kaminsky jahrelang weiter Papiere. Zunächst hilft er Jüdinnen und Juden, die ohne Genehmigung nach Palästina einwandern wollen. Auch im Algerienkrieg oder der südafrikanischen Anti-Apartheid-Bewegung unterstützt er Untergetauchte und Geflüchtete.
© Gedenkstätte Stille Helden
- Adolfo Kaminsky wurde für seinen Einsatz in der Résistance und sein lebenslanges humanitäres Engagement mehrfach geehrt. Er erhielt das Kreuz „du Combattant“ und das Kreuz“ du combattant volontaire“ de la Résistance.
- Außerdem wurde ihm die „Médaille de la Résistance“ Später würdigte auch die Stadt Paris sein Wirken mit der „Médaille de Vermeil“.
- Sarah Kaminsky: Adolfo Kaminsky. Ein Fälscherleben. München 2011.
- Claudia Ehlert: Meisterfälscher und Menschenretter. Deutschlandfunk Kultur – Archiv. Text zur Sendung vom 05.10.2012.
„Papiere zu fälschen, war nie ein moralisches Problem für mich. Ich habe es Menschen möglich gemacht, Grenzen zu passieren, sich in Sicherheit zu bringen, zu überleben. Das ist alles.“
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
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