Ulma Familie
Hoffnungsträger
PORTRAIT
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Zuerst erschossen sie die Goldmans, dann die Ulmas mit sieben Kindern.
„… Die Deutschen und die polnischen Bauern taten sich zusammen und suchten nach versteckten Juden. Im Frühjahr 1944 wurde eine jüdische Familie entdeckt, die bei polnischen Bauern versteckt worden war. Die polnische Familie – acht Seelen, einschließlich der schwangeren Frau – wurde mit den Flüchtlingen zusammen getötet. Das führte zur völligen Panik unter den anderen polnischen Bauern, die Juden versteckten. Am Morgen danach fand man in den Feldern die Leichen von 24 Juden, getötet von den Bauern, die sie 20 Monate lang versteckt hatten.“
Yehuda Erlich, der sich in Sietesz nahe Markowa versteckt hielt und überlebte, über die enormen Auswirkungen der Ermordung der Familie Ulma.
Die polnische Bauernfamilie Ulma aus Markowa erlebt die Deportationen und Erschießungen der jüdischen Bevölkerung im Sommer 1942. Obwohl die Familie selbst durch den Krieg Not leidet, nimmt sie acht Jüdinnen und Juden auf: Saul Goldman, seine vier Söhne, seine Tochter Lea Didner mit ihrer Tochter und seine Tochter Genia Grünfeld. Darauf steht in Polen die Todesstrafe. Die Familie Ulma wird denunziert. In der Nacht vom 24. März 1944 erschießen deutsche Polizisten die untergetauchten Jüdinnen und Juden und die gesamte Familie Ulma – neben Józef und der schwangeren Wiktoria auch ihre sechs Kinder.
© Gedenkstätte Deutscher Widerstand
- Am 13. September 1995 wurden Józef und Wiktoria Ulma von Yad Vashem als Gerechte unter den Völkern
- Seit dem 70. Jahrestag der Exekution 2014 erinnert ein Gedenkstein in Markowa an die Rettungsaktion der Ulmas.
- 2016 eröffnete Staatspräsident Andrzej Duda in Markowa das Familie-Ulma-Museum – zu Ehren all jener Polen, die Juden vor dem Holocaust retteten. In der Region Vorkarpaten versteckten während des Zweiten Weltkriegs nach historischen Schätzungen rund 1600 Polen etwa 2900 Juden vor den deutschen Besatzern. Rund 200 dieser Helfer wurden dafür von den Nationalsozialisten ermordet.
- 2023 wurden die Familie Ulma seliggesprochen.
- Das Museum der Familie Ulma in Markowa erinnert an ihr Schicksal und ist zugleich dem Gedenken an alle Polen gewidmet, die während des Zweiten Weltkriegs Juden gerettet haben.

Das „Museum für die Familie Ulma“ in Markowa
- Die Botschaft der Republik Polen organisierte gemeinsam mit der Berliner Niederlassung des Pilecki-Instituts am Abend des 5. September 2023 eine Vorführung des Films „Geschichte eines Verbrechens“ von Mariusz Pilis. Der Film erzählt die Geschichte der Familie Ulma aus dem polnischen Dorf Markowa: Józef und Wiktoria und ihre Kinder, die 1944 ihr Leben opferten, um das Leben der jüdischer Familie Goldman zu retten. (Die Familie Goldman wurde in den Nachbarorten auch „Familie Shall“ genannt – beide Namen bezeichnen dieselbe Familie.).
„… Die Deutschen und die polnischen Bauern taten sich zusammen und suchten nach versteckten Juden. Im Frühjahr 1944 wurde eine jüdische Familie entdeckt, die bei polnischen Bauern versteckt worden war. Die polnische Familie – acht Seelen, einschließlich der schwangeren Frau – wurde mit den Flüchtlingen zusammen getötet. Das führte zur völligen Panik unter den anderen polnischen Bauern, die Juden versteckten. Am Morgen danach fand man in den Feldern die Leichen von 24 Juden, getötet von den Bauern, die sie 20 Monate lang versteckt hatten.“
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
60386 Frankfurt