Karski
Hoffnungsträger
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PORTRAIT
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Wer sich weigert, das Böse zu hören, wird ein Komplize des Bösen.
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Der Diplomat Jan Karski wird nach dem deutschen Einmarsch in Polen zur polnischen Armee eingezogen und gerät bald in Gefangenschaft. Er kann im Dezember 1939 entkommen und schließt sich in Warschau dem Polnischen Untergrundstaat (Polskie Państwo Podziemne) an. Er übernimmt Kurierdienste zwischen der Organisation und der polnischen Exilregierung in London.
Um Verbrechen an Jüdinnen und Juden in Polen zu erfassen, lässt sich Karski 1942 in das Warschauer Ghetto und ein Durchgangslager in Izbica einschleusen. Dort beobachtet er die Deportation der Insass*innen. Karski reist dann nach London, wo er der Exilregierung und den britischen Behörden davon berichtet. Anhand seiner Beobachtungen verfasst die Exilregierung eine diplomatische Notiz an die Alliierten. 1943 reist Karski in die USA. Er bittet den Präsidenten Franklin D. Roosevelt um Maßnahmen gegen die Verbrechen. Karskis Botschaften finden jedoch kaum Beachtung bei den Alliierten. 1944 veröffentlicht er ein Buch über seine Erfahrungen im besetzten Polen, um die breite Öffentlichkeit zu informieren.
Nach dem Krieg weigert sich Karski, in das kommunistische Polen zurückzukehren.
1982 wird er als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt
© Gedenkstätte Stille Helden
- Zu Jan Karskis bedeutendsten Auszeichnungen gehören der Orden vom Weißen Adler (höchste zivile Auszeichnung Polens) und der Orden Virtuti Militari (höchste militärische Auszeichnung).
- 1982 wurde er von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
- Mehrere Universitäten – darunter Georgetown University, Oregon State University, Baltimore Hebrew College, Hebrew College of America, die Universität Warschau, die Maria-Curie-Skłodowska-Universität Lublin und die Universität Łódź – verliehen ihm Ehrendoktorwürden.
- Die 1992 vom Filmemacher Sy Rotter gegründete Foundation for Moral Courage vergibt seit 2000 den Jan Karski Award.
- Für seinen mutigen Einsatz wurde er 1994 zudem Ehrenbürger Israels. In der „Allee der Gerechten“ in Jerusalem pflanzte er einen nach ihm benannten Baum.
- 2012 erhielt Karski postum die amerikanische Presidential Medal of Freedom, und im Dezember 2016 wurde er vom polnischen Staatspräsidenten Andrzej Duda postum zum General befördert.
- Ein bedeutendes künstlerisches Denkmal ist die Skulptur #KarskiNYC von Karol Badyna. Die Statue von Jan Karski, auch Jan-Karski-Bank genannt, steht in Manhattan, New York City, vor dem polnischen Generalkonsulat.“, Ähnliche Ausführungen befinden sich in Washington, D.C., Kielce, Łódź, Tel Aviv, Warschau und Krakau. Die Bank lädt dazu ein, sich neben Karski zu setzen. Im Ortszentrum von Izbica erinnert zudem ein Gedenkstein an ihn.
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
60386 Frankfurt