Pankiewicz Tadeusz
Hoffnungsträger
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PORTRAIT
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Der Apotheker im Krakauer Ghetto.
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„Was ich getan habe, sollte jeder anständige Mensch tun. Ich mache daraus kein Heldentum. Es war meine heilige Pflicht. Sie haben eine Legende daraus gemacht, die ich nicht verdient habe."
Tadeusz Pankiewicz
Tadeusz Pankiewicz arbeitet seit 1927 in der Apteka pod Orłem (Apotheke zum Adler) im Krakauer Stadtteil Podgόrze. Im März 1941 richten die deutschen Besatzer dort ein Ghetto ein. Nichtjüdischen Menschen ist der Aufenthalt darin verboten. Pankiewicz zahlt Schmiergelder an die Besatzungsbehörden, damit er seine Apotheke weiterführen kann. Am zentralen Platz vor der Apotheke beobachtet er gewaltsame Übergriffe auf Jüdinnen und Juden. Bis zur Auflösung des Ghettos im März 1943 unterstützen Pankiewicz und seine Mitarbeiterinnen Jüdinnen und Juden, obwohl es verboten ist und mit der Todesstrafe geahndet wird. Sie helfen nicht nur medizinisch, sondern übermitteln Nachrichten zwischen GhettoinsassInnen und deren Familienmitgliedern, die sich außerhalb des Ghettos verstecken. Das Apothekenpersonal besorgt für die Verfolgten gefälschte Dokumente, tauscht heimlich Wertgegenstände der GhettobewohnerInnen gegen Lebensmittel ein, gibt Informationen weiter oder spendet Trost. Während der Razzien im Ghetto und der Deportationen in Vernichtungslager versteckt Pankiewicz Jüdinnen und Juden in seiner Apotheke.
1983 wird Pankiewicz posthum in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.
© Gedenkstätte Stille Helden
- 1957 erhielt Tadeusz Pankiewicz das Goldene Verdienstkreuz des Staatsrats der Volksrepublik Polen sowie die Jan-Szaster-Medaille der Polnischen Pharmazeutischen Gesellschaft.
- 1966 folgte eine Goldene Auszeichnung der Stadt Krakau.
- 1983 wurde er in Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt; ein Jahr darauf erhielt er vom Staatsrat das Ritterkreuz des Ordens Polonia Restituta.
Jupp Schluttenhofer (Hrsg.): Tadeusz Pankiewicz: Die Apotheke im Krakauer Ghetto (1947). Neuauflage, Friedberg 2017.

Passierschein für Tadeusz Pankiewicz © Historisches Museum Krakau 2003 P 69 58 R. 3614

Passierschein für Tadeusz Pankiewicz, Rückseite © Historisches Museum Krakau 2003 P 69 58 R. 3614
„Was ich getan habe, sollte jeder anständige Mensch tun. Ich mache daraus kein Heldentum. Es war meine heilige Pflicht. Sie haben eine Legende daraus gemacht, die ich nicht verdient habe."
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