Esra Gülmen, Controversy Teeter/Totter, 2025
Der Kunstparcours
Controversy Teeter/Totter, 2025
Ich begreife meinen künstlerischen Ausdruck und meinen persönlichen Weg als untrennbar miteinander verbunden - beide unterliegen einem fortlaufenden Wandel.
EDUCATION
B.A. Studium der Innenarchitektur, Fakultät der Schönen Künste: Marmara-Universität, Istanbul und Università degli Studi di Genova, Genua
M.A. Studium der Innenarchitektur: Mimar-Sinan-Universität der Schönen Künste, Istanbul
GRANTS, AWARDS, RECOGNITION
2024 Artist-in-Residence und Einzelausstellung im PLATAFORMA, ARTE CONTEMPORÁNEO, Guadalajara
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Ein Blick hinter das Werk
Die auf dem Union-Areal platzierte Wippe I’m so in Love – I need my space macht ein Spannungsverhältnis sichtbar, das viele zwischenmenschliche Beziehungen prägt: Nähe und Distanz, Bindung und Autonomie. Zwei konträre Aussagen stehen sich an den Enden der roten Skulptur gegenüber und geraten durch die Nutzung in Bewegung. Balance entsteht nur im Zusammenspiel mit einem Gegenüber: sie bleibt fragil, temporär und jederzeit veränderbar. Unsicherheit, Willenskraft oder Zufall entscheiden über das Gleichgewicht und verweisen auf Haltungen, die sich ebenso leicht verschieben lassen wie verlieren.
Die Arbeit lädt zur Interaktion ein und funktioniert als soziale Situation: Spielgerät und Denkmodell zugleich. Was zunächst spielerisch und grafisch erscheint, entfaltet sich im Raum als physische Metapher für Aushandlungsprozesse zwischen Positionen, Perspektiven und Menschen. Die Begriffe stehen sich nicht nur gegenüber, sie kippen, reagieren, schlagen zurück. Mit Gülmens Werk wird der öffentliche Raum als ein Ort des Dialogs, der Bewegung und der gemeinsamen Verhandlung begreifbar.
Als aufmerksame Beobachterin des Zeitgeistes spricht Esra Gülmen ihr Publikum auf Augenhöhe an. Ihre Arbeiten thematisieren zentrale Fragen unserer Gegenwart, wie Liebe, Identität, Rassismus und Menschenrechte. Dabei bedienen sie sich einer medial geprägten Bildsprache, etwa gezielte Unschärfen, Pixelungen und typografische Reduktion. Nähe und Distanz, Klarheit und Ambivalenzen werden so visuell wie körperlich ausgelotet.
Über die Künstler:in
Esra Gülmen fokussiert sich in vielen ihrer Bildfindungen auf Sprache als typografisches Ausdrucksmittel. Sie nutzt Sprache als bildnerisches und körperliches Ausdrucksmittel. Worte, kurze Aussagen und scheinbar einfache Sätze bilden den Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis und eröffnen vielschichtige Assoziationsräume. In ihren Wippenarbeiten aus der Serie Controversy Teeter-Totters überträgt sie sprachliche Gegensätze in eine physisch erfahrbare Form.
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main