Moffat Takadiwa, PINK STONE, 2024
Der Kunstparcours
PINK STONE, 2024
Ich schaffe nicht nur Objekte, sondern Aussagen, die das Leben meiner Gemeinschaft, das Bild meines Landes und letztlich auch die Welt verändern sollen.
EDUCATION
M.A. Fine Arts Stellenbosch University, Stellenbosch
GRANTS, AWARDS, RECOGNITION
2021 Residency und Ausstellung, The Africa Centre, Kapstadt
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Ein Blick hinter das Werk
In PINK STONE verdichtet Moffat Takadiwa globale Konsumkreisläufe, koloniale Kontinuitäten und ökologische Gewalt zu einer kraftvollen materiellen Konstellation. Ausrangierte Computer- und Taschenrechnertasten, Plastikflaschenverschlüsse und Zahnbürstenköpfe, Objekte des Alltags, massenhaft produziert und achtlos entsorgt, werden zu einem skulpturalen Körper gefügt, der gleichermaßen an Gestein, Sediment oder archäologisches Relikt erinnert.
Der Titel PINK STONE verweist auf Ambivalenz: Das scheinbar Sanfte und Attraktive der Farbe kontrastiert mit der Härte und Dauerhaftigkeit von Stein. Takadiwa macht sichtbar, wie sich Abfall, oft aus westlichen Konsumgesellschaften stammend, dauerhaft in Landschaften des Globalen Südens einschreibt. Die verwendeten Materialien tragen Spuren von Nutzung, Kontrolle, Berechnung und Hygiene und verweisen so auf Systeme von Macht, Normierung und Ausschluss.
Im Kontext des Kunstparcours auf dem Union-Areal fungiert PINK STONE als materielles Zeugnis einer fortlaufenden Ausbeutung: Der Boden Simbabwes wird nicht nur nach Rohstoffen durchsucht, sondern zugleich mit den Rückständen globaler Überproduktion überzogen. Takadiwa verwandelt diese Hinterlassenschaften in ein Objekt des Widerstands. Durch die bewusste Reorganisation der Materialien behauptet er kulturelle Autonomie und verleiht dem Weggeworfenen eine neue, selbstbestimmte Präsenz.
Wie in seinem gesamten Werk verbindet Takadiwa auch hier ökologische Fragen mit postkolonialer Kritik. PINK STONE ist weniger Denkmal als Appell, ein sedimentierter Körper aus globaler Verantwortungslosigkeit, der zugleich das Potenzial von Transformation und kollektiver Erinnerung in sich trägt.
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main