Sendler
Hoffnungsträger
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PORTRAIT
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Ich habe schon als Kind gelernt, dass man Ertrinkende retten muss.
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„Jedes mit meiner Hilfe gerettete Kind ist eine Rechtfertigung meiner Existenz auf dieser Erde und nicht ein Ruhmestitel.“
Irena Sendler
Vor dem deutschen Angriff auf Polen im September 1939 arbeitet Irena Sendler in verschiedenen Abteilungen des Sozialamts Warschau. Mit der deutschen Besetzung der Stadt beginnt die Verfolgung der dortigen Jüdinnen und Juden. Sendler hilft ihnen, wo sie kann. Im Herbst 1940 müssen alle Jüdinnen und Juden in das Ghetto umziehen. Auch nach dessen Abriegelung gelingt es Sendler, weiterhin in das Ghetto zu gelangen. Dazu besorgt sie sich gefälschte Papiere, die sie als „Krankenschwester zur Seuchenbekämpfung“ ausweisen. So kann sie Lebensmittel, Kleidung, Geld und Medikamente ins Ghetto bringen. Zusammen mit ihren KollegInnen vom Sozialamt schmuggelt sie Jüdinnen und Juden aus dem Ghetto, insbesondere Kinder. Seit Ende 1942 arbeitet Sendler für die illegale Hilfsorganisation Żegota und leitet dort später die Kinderabteilung. 1943 wird Sendler von der Gestapo verhaftet und zum Tode verurteilt. Żegota kann sie durch Zahlung von Bestechungsgeldern aus dem Gefängnis freibekommen. Sendler ändert daraufhin ihre Identität und taucht bis Kriegsende unter.
1965 wird Irena Sendler von der Gedenkstätte Yad Vashem mit dem Titel „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.
© Gedenkstätte Stille Helden
- Irena Sendler wurde am 19. Oktober 1965 von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ anerkannt; zu ihren Ehren steht ein Baum am Eingang der Allee der Gerechten.
- In der Volksrepublik Polen erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Goldene Verdienstkreuz und das Ritterkreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens.
- Später folgten weitere hohe Ehrungen: 1997 das Kommandeurskreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens und 2001 das Kommandeurskreuz mit Stern „in Anerkennung der Verdienste bei der Hilfe für Bedürftige“.
- Am 10. November 2003 wurde ihr schließlich der Weiße Adler verliehen, die höchste Auszeichnung Polens, für ihren Mut und ihre außergewöhnliche Tapferkeit.
- 2007 verliehen ihr Kinder zudem den internationalen Orden des Lächelns. In Deutschland erinnert unter anderem die Irena-Sendler-Schule, ein sonderpädagogisches Förderzentrum in Hohenroth, an ihr Wirken.
- Anna Mieszkowska: Die Mutter der Holocaust-Kinder. Irena Sendler und die geretteten Kinder aus dem Warschauer Ghetto. München 2006.
- Tiljar J. Mazzeo: Irenas Liste oder Das Geheimnis des Apfelbaums: Die außergewöhnliche Geschichte der Frau, die 2500 Kinder aus dem Warschauer Ghetto rettete. Roman. München 2017.
Rbb Kultur: Beitrag zum Musical „Irena“ im Admiralspalast in Berlin. ARD Mediathek 2024.
Jasmin Lörchner: „Irena Sendler: Die Retterin der Ghetto-Kinder“.
In: HerStory – starke Frauen der Geschichte, Wissenschaftspodcast, 26.07.2020, online.
„Jedes mit meiner Hilfe gerettete Kind ist eine Rechtfertigung meiner Existenz auf dieser Erde und nicht ein Ruhmestitel.“
Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH
60386 Frankfurt