Der Kunstparcours

Florian Heinke

WAR LOVES US, 2024

Rotapanel Bildkasten | 554 x 635 x 100 mm

Kunst ist der Versuch, die Welt, das Mensch-sein und den Alltag in einer poetischen Form darzustellen und somit anders verständlich, zugänglich oder greifbarer zu machen. Also über den Umweg zum besseren Verständnis. Ist diese Voraussetzung gedanklich geprüft und erfüllt, kann Kunst im Grunde jegliche Form annehmen.“

Florian Heinke lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, DE.
*1981 in Frankfurt am Main, DE

EDUCATION

2009 Meisterschüler, Hochschule für bildende Künste – Städelschule Frankfurt a.M.

GRANTS, AWARDS, RECOGNITION

2013 Anthology Award, CSL, London
2017/18 Artist in Residence Chateau de Drouilles, Unseld Scholarship, Drouilles / Haute-Vienne
2008 Stipendium, Sammlung Lenikus Wien
2009 Stipendium, Frankfurter Künstlerhilfe e.V.
2011 Artist in Residence Vienna, Stipendium Kulturamt Frankfurt
2012-14 Vertretungsprofessur, Johannes Gutenberg Universität
2013 Anthology Award, Charlie Smith London
2017-18 Artist in Residence Chateau de Drouilles, Unseld Stipendium
2012 Myth & Truth, Artistbook & Catalogue raisonné I, Unseld Verlag
2018 Paradise Overdosed, Artistbook & Catalogue raisonné II, Unseld Verlag
2026 Dalla Prigione, Artistbook & Catalogue raisonné III, Tough Empathy Press

Ein Blick hinter das Werk

Die Arbeit entstand innerhalb der gemeinsamen künstlerischen Praxis von Christiane und Florian Heinke (CF Heinke), erscheint in diesem Kontext jedoch unter dem Namen Florian Heinke. Die Zusammenarbeit beider bildet seit vielen Jahren die Grundlage der Werke, Texte und konzeptuellen Entwicklungen.

WAR LOVES US verbindet Malerei, Sprache und öffentliche Präsentationsform zu einer rotierenden Bildsequenz. Die Arbeit nutzt bewusst die Mechanismen der Großraumwerbung: starke Kontraste, schnelle Erfassbarkeit und permanente Wiederholung im Stadtraum. Gleichzeitig verweigert sie jedoch die Eindeutigkeit klassischer Werbebilder.

Der Satz WAR LOVES US funktioniert dabei nicht als politische Parole im engeren Sinn, sondern als offener gesellschaftlicher Kommentar. Er beschreibt eine Anziehungskraft von Konflikt, Überforderung und permanenter Spannung innerhalb moderner Gesellschaften. Die Rotation der Bilder verstärkt diesen Zustand — Bedeutung entsteht nicht statisch, sondern im fortlaufenden Wechsel zwischen Bild und Wort.

Die drei Arbeiten bilden dabei lose Stationen einer fragmentierten Erzählung:

WAR — „Give me the words(Gemälde)“ zeigt die intime Nähe von Außenseitern und die Möglichkeit von Verbindung außerhalb normierter Strukturen.

LOVES — „Pleasures of the damned(Gemälde)“ beschreibt einen Irrgarten gesellschaftlicher Systeme sowie Figuren, die sich diesen Mechanismen entziehen.

US — „Die Landung der Arche(Gemälde)“ zeigt die Ankunft in einer neuen, unsicheren Zukunft ohne klare Orientierung oder Sicherheit.

Im Kontext von Ardi Goldmans sozialer Plastik auf dem Uniongelände wird die Arbeit Teil eines öffentlichen Denkraums.

WAR LOVES US versteht sich dort als Erinnerung an eigenständiges Denken und autarkes Handeln entgegen der Versuchung der Norm.

Über die Künstler:in

Florian Heinke (*1981 in Frankfurt am Main) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main. Nach einem Studium an der Kunsthochschule Mainz wechselte er an die Städelschule Frankfurt am Main, wo er 2009 als Meisterschüler von Christa Näher abschloss.

Arbeiten von Florian Heinke wurden international ausgestellt und befinden sich in privaten und institutionellen Sammlungen weltweit.

Seit 2025 wird die künstlerische Praxis offiziell als gemeinsame Arbeit von Christiane und Florian Heinke als CF Heinke geführt. Sie führen zudem den Tough Empathy Club sowie die Tough Empathy Press, die gleichermaßen Plattform, Arbeitsstruktur und Bestandteil der künstlerischen Praxis sind.
Die Zusammenarbeit bestand bereits über viele Jahre hinweg im Hintergrund und bildet die konzeptuelle, textliche und strukturelle Grundlage zahlreicher Werke, Ausstellungen und Publikationen.

Die Arbeit ist generell systemanalytisch. Präsentiert werden Gemälde, die eine geringe Zugänglichkeit für Sammler und Öffentlichkeit ermöglicht. Gemälde sind Benutzeroberfläche, die symbolisch die darunterliegende Struktur darstellen.
Sie zeigen die Idee eines Gemäldes und sind Bauteile der künstlerischen Gesamtstruktur.
Beginn dieser Praxis erfolgte im Jahr 2007 und ist fortlaufend.Die Arbeit von CF Heinke ist als Strukturbauend und zersetzend zu verstehen.

Die Künstlerbücher Myth & Truth, Paradise Overdosed und Dalla Prigione verstehen sich zugleich als Künstlerbuch, autobiografisches Fragment und Werkverzeichnis.

Photos: © Stefan Gröpper Photography

Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH

Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main

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