1923 schuf ein unbekannter Künstler vier Statuen für die Brückenköpfe der Maas-Brücke im französischen Martincourt-sur-Meuse. Sie trugen Namen: Sorge. Liebe. Glaube. Freude. Vier menschliche Grundzustände, in Stein gemeißelt, über dem Wasser stehend.
1945 sprengten sich zurückziehende deutsche Truppen ihren Weg frei. Die Brücke fiel. Liebe, Glaube und Freude wurden unwiederbringlich zerstört. Die Sorge überlebte — weil der örtliche Priester sie rechtzeitig in die Kirche bringen ließ. Dort stand sie über Jahrzehnte. Still. Als Zeugnis.
1994 entdeckte Ardi Goldman sie auf einer Reise von Brüssel nach Paris. Er ließ sie nicht stehen. Heute steht die Sorge auf dem Union-Gelände — und erinnert daran, dass das Überleben manchmal kein Zufall ist.