Kunst der unionität

Eberhard F. Gutberlet

Ein Stern hat noch Licht

Für die, die im Dunkeln nach Sternen suchen.

„Ein Stern hat noch Licht. Nichts, nichts ist verloren."

Eine Aluminiumtafel von Eberhard F. Gutberlet bewahrt ein Fragment von Paul Celan. Worte, die trotz tiefster Dunkelheit Hoffnung atmen. Daneben steht Friedhelm Welges Skulptur — eine Erinnerung an Dietrich Bonhoeffer, der 1945 im KZ Flossenbürg ermordet wurde.

Welge zeigt ihn als modernen Christopherus. Wie der Schutzpatron der Reisenden half Bonhoeffer seinen Mithäftlingen, die Würde zu bewahren — in größter Not, gegen die Henker, mit einem Geist, der unbezwingbar blieb.

Zwei Zeugnisse des Widerstands. An einem Ort.
3F305A97-A25B-4701-BCAC-2A82625078B9
Unionitaet_E-2197
„Wir stehen niemals ganz im Dunkeln, solange ein Stern noch Licht hat.“

Ein Blick hinter das Werk

Paul Celan und Rose Ausländer stammten beide aus der deutsch-jüdischen Kulturtradition in Czernowitz. Sie begegneten sich im Ghetto, überlebten, und fanden sich später in Paris wieder — wo Celan Ausländer ermutigte, ihre Lyrik radikal zu erneuern.

Dass beide Texte nun hier auf dem Gelände, jeweils korrespondierend mit einer Skulptur von Welge, ihren Platz gefunden haben, webt ein unsichtbares Netz aus Geschichte und gemeinsamer Herkunft. Ein Dialog über das Überleben. Und über die Kraft der Sprache.

Fotos: © Marie Hess

Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH

Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main

Kontaktieren
Sie uns