Kunst der unionität

Eberhard F. Gutberlet

Ginkgo Biloba

Für die, die in der Spaltung die Einheit finden.

„Ist es ein Wesen, das sich in sich selbst getrennt hat — oder sind es zwei, die wir als eines erkennen?"

Am Rande des Weges, unter dem schützenden Dach eines Ginkgo-Baums, steht eine schmale Stele aus Cortenstahl. Sie drängt sich nicht auf. Sie wartet — als stiller Begleiter auf jene, die bereit sind, hinter die sichtbare Form der Dinge zu blicken.

Auf ihr ruht die Bronzetafel von Eberhard F. Gutberlet: das filigrane Abbild eines Ginkgoblattes, für die Ewigkeit festgehalten. Direkt daneben, tief in die Bronze eingeschrieben, die Verse aus Goethes „West-östlichem Divan“.

Naturform und Lyrik. Nebeneinander. Unauflöslich.
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„Gegensätze nicht vorschnell auflösen — sondern das Eins-und-doppelt-Sein als notwendigen Teil eines großen Ganzen verstehen.“

Ein Blick hinter das Werk

Die Tafel misst 25 x 32 Zentimeter. Klein, präzise, ohne jede Inszenierung. Die erdige Patina der Bronze und der warme, rostige Ton des Cortenstahls gehen eine Symbiose ein mit dem wechselnden Licht, das durch die Zweige fällt.

Goethes Zeilen liefern keine Antwort. Sie beschreiben eine Spannung — und lassen sie offen. Wer hier innehält, begegnet einem poetischen Ankerpunkt, der so fest im Boden verankert ist wie der Baum daneben.

Fotos: © Marie Hess

Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH

Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main

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