Kunst der unionität

Eberhard F. Gutberlet

Wir reisen gemeinsam

Für die, die wissen, dass wir gemeinsam reisen.

„Vergesset nicht, Freunde, wir reisen gemeinsam."

An der Backsteinwand des Union-Geländes hängt eine Tafel aus Aluminiumguss, geschaffen von Eberhard F. Gutberlet im Jahr 2024. Sie trägt die Worte von Rose Ausländer — einer Dichterin, deren Leben von den tiefsten Abgründen des 20. Jahrhunderts gezeichnet war.

Ihr Aufruf ist eine zeitlose Erinnerung: dass wir trotz aller Zerrissenheit auf dieser einen, ungeteilten Erde füreinander verantwortlich sind.

Darunter steht Friedhelm Welges Skulptur „In andere Welten aufbrechen“ — die Figur des Ägidius, des einzigen der vierzehn Nothelfer, der friedlich entschlief. Der Überlebende. Eine erschütternde wie hoffnungsvolle Parallele zu Rose Ausländer, die selbst aus dem Dunklen zurückgekehrt ist.
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„Das Geschenk des Überlebens als Auftrag begreifen — für eine gemeinsame Reise auf dieser ungeteilten Erde.“

Ein Blick hinter das Werk

Nur ein Stück weiter auf dem Gelände findet sich die Tafel von Paul Celan — den Rose Ausländer einst im Ghetto von Czernowitz kennenlernte. Beide Texte korrespondieren hier jeweils mit einer Skulptur von Welge. Ein unsichtbares Netz aus Geschichte und Haltung, das sich über das gesamte Gelände spannt.

Während Welges Figur in ihrer kapselhaften Form Schutz und stille Einkehr symbolisiert, bricht Ausländers Gedicht diese Hülle auf: Die Reise endet nicht in der Isolation — sondern in der Gemeinschaft mit all jenen, die noch unterwegs sind.

Fotos: © Stefan Gröpper

Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH

Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main

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