Der Kunstparcours

Lena Henke

Unforced Error, 2025

Aluminium | 80 x 250 x 68 cm

„Künstler sind Kartografen. Wir können Raum auf eigene Weise gestalten. Skulptur zu machen bedeutet, diesen Wunsch zu verfolgen, Raum durch Entscheidungen zu formen — und zu sehen, wo diese Entscheidungen an ihre Grenzen stoßen."

LENA HENKE LEBT UND ARBEITET IN NEW YORK UND BERLIN.
*1982 in Warburg, DE

EDUCATION

Städelschule, Frankfurt am Main

GRANTS, AWARDS, RECOGNITION

2019 Rubensförderpreis der Stadt Siegen
2019 Pollock-Krasner Foundation Grant Museum für Gegenwartskunst Siegen, Whitney Museum of Art New York, Schirn Kunsthalle Frankfurt, Manifesta 11 Zürich, 9. Berlin Biennale

Ein Blick hinter das Werk

Unforced Error hängt kam Eingang der Union Halle. In patiniertem Aluminium, gegossen bei der Noack Gießerei in Berlin. Das Gesicht der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Architekten, ist in die Skulptur eingegossen. Ihr Körper endet in einem Pferdehuf. Mensch, Heilige und Tier verschmelzen in einer amorphen, gedrehten Form. Straff gespannte Gurte scheinen das Werk zu deformieren — eine Ästhetik, die Kontrolle und Unterwerfung gleichzeitig evoziert.

Schwerkraft ist hier kein Feind, sondern das eigentliche Material. Was hängt, was drückt, was sich dem Boden entgegenstreckt — Henke nutzt diese Kräfte als skulpturales Prinzip. Die Inversion ist kein Trick. Sie ist eine Haltung: Konventionelle Stabilität aufheben, um neue Orientierungen sichtbar zu machen.

Über die Künstler:in

Lena Henke (*1982 in Warburg, Deutschland) lebt und arbeitet in New York und Berlin. Aufgewachsen auf einem Bauernhof in Nordrhein-Westfalen — mit Pferden, Ställen, offener Landschaft — zog es sie früh in die Stadt. Das Pferd verkaufte sie für ein Auto, das Auto für einen Computer. An der Städelschule in Frankfurt studierte sie Bildhauerei, bevor sie nach New York zog, wo sie ihre Praxis zwischen urbanem Raum, Körper und Architektur entwickelte.

Henkes Skulpturen sind keine stillen Objekte. Sie befragen Machtverhältnisse — in der Kunstgeschichte, im städtischen Raum, im Körper. Mit Humor, Schärfe und einem ausgeprägten Sinn für das Absurde infiltriert sie patriarchale Strukturen, verformt Architekturen, lässt Heilige auf Pferdehufen enden. Fetisch, Identität, Schwerkraft: Das sind ihre Themen — und ihre Werkzeuge.

Internationale Einzelausstellungen führten sie ans Aspen Art Museum, das Museum für Gegenwartskunst Siegen, die Schirn Kunsthalle Frankfurt und das Belvedere Wien. Ihre Arbeiten waren u.a. bei der Manifesta 11, der Berlin Biennale und im Whitney Museum of American Art zu sehen. 2019 erhielt sie den Rubensförderpreis der Stadt Siegen sowie den Pollock-Krasner Foundation Grant.

Photos: © Marie Ruck

Ardi Goldman Kunst-
und Kulturstiftung gGmbH

Uniongelände
Hanauer Landstraße 188, 60314 Frankfurt am Main

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